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Italien
Eine Warnung für die EU

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Zunahme gewalttätiger Übergriffe auf Migranten in Italien kann nun wirklich nicht überraschen. Nicht in einem Land, in dem sich ein Mann wie Lega-Chef Matteo Salvini Innenminister nennen darf. Mit seiner ständigen Hetze macht er Hass auf Ausländer und andere Minderheiten salonfähig: Mal will er Roma zählen lassen, dann zitiert er den faschistischen Diktator Benito Mussolini.

Flüchtlinge sind für ihn wahlweise „Menschenfleisch“ oder „Invasoren“. Helfen will er ausschließlich den eigenen Landsleuten, für gerettete Migranten sind die Häfen dicht. Erschreckend ist, dass 72 Prozent der Italiener Salvinis Politik gutheißen.

Der Zustand der italienischen Gesellschaft sollte für die EU eine Warnung sein. Jahrelang hat die Gemeinschaft das Land mit dem Flüchtlings-Zustrom an seiner Küste allein gelassen. Auch das hat mit dazu beigetragen, dass Italien derart nach rechts abgedriftet ist. Nun muss verhindern werden, dass das auch anderswo passiert. Hier ist vor allem Spanien zu nennen, wo derzeit verstärkt Flüchtlinge ankommen. Das Land braucht nun Solidarität. Dazu gehört auch die faire Verteilung von Migranten auf alle EU-Staaten.