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Cannabis
Ein Vorstoß für die Schublade

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Wenn ausgerechnet ein Vertreter der Polizei jetzt fordert, das Verbot von Cannabis zu kippen, dann sicherlich nicht, weil er plötzlich sein Herz für Kiffer entdeckt hat. Von Hagen Strauß

Laut Bundesregierung konsumieren schätzungsweise rund drei Millionen Bürger Cannabis. Pro Jahr gibt es ausweislich der Kriminalstatistik rund 140 000 Strafverfahren wegen des Besitzes geringer Mengen. Konsumenten zu verfolgen und dann zu belangen, bindet Ressourcen, die woanders dringender benötigt werden. Darum geht es. Freilich wird auch der Vorstoß der Kriminalbeamten in der Schublade verschwinden, in der schon so viele Bundestagsanträge von Grünen und Linken liegen. Und das ist auch gut so. In den letzten Jahren haben Politik und Gesellschaft vieles dafür getan, den Alkoholmissbrauch zu bekämpfen und das Rauchen deutlich einzudämmen. Nachweislich mit Erfolg. Eine Freigabe von Cannabis würde nur neue Probleme schaffen, die man dann auch wieder zurückdrängen müsste. Wenn man demzufolge die Polizei entlasten will, dann mit mehr Personal – und nicht damit, Delikte einfach zu entkriminalisieren.