| 23:15 Uhr

Kindergesundheit
„Ein Rauchverbot im Auto mit Kindern ist das Mindeste“

Hubert Ulrich, ehemaliger Chef der Saar-Grünen
Hubert Ulrich, ehemaliger Chef der Saar-Grünen FOTO: Oliver Dietze / dpa
Saarbrücken. Hubert Ulrich ist gegen Rauchen am Steuer. Zumindest müssten Kinder geschützt werden, meint der ehemalige Chef der Saar-Grünen, der harte Rauchverbote im Saarland durchsetzte. Von Iris Neu-Michalik

Herr Ulrich, im Saarland ist auf Betreiben der Grünen seit 2011 ein verschärftes Nichtraucherschutzgesetz in Kraft. Warum haben Sie sich damals nicht auch für ein Verbot des Rauchens im Auto eingesetzt?

ULRICH Zunächst einmal würde ich mir ein solches Verbot, wie es bald in Österreich in Kraft tritt, auch hier wünschen. Allerdings ist das Sache der Bundesgesetzgebung. Ein Gesetz gegen das Rauchen im Auto fällt nicht unter die Länder-Kompetenz. Leider drückt sich die Bundesregierung seit Jahren um ein konsequentes Nichtraucherschutzgesetz.

Warum verbietet man nicht komplett das Rauchen im Auto? Hilft es der Kindergesundheit, wenn die Zigarette vor dem Einsteigen eines Minderjährigen ausgedrückt wurde und die Luft noch voller Nikotin ist?



ULRICH Ich hätte kein Problem damit, wenn das Rauchen im Auto komplett untersagt würde, wie es zum Beispiel in Schottland der Fall ist. Aber wenigstens sollte der Gesetzgeber in Berlin den Mut haben, es zu verbieten, wenn Kinder im Auto sitzen. Das ist wirklich das Mindeste. Denn die gesundheitliche Belastung für ein Kind ist ja ungleich höher, wenn unmittelbar in Anwesenheit eines Kindes geraucht wird.

Und welchen Sinn macht ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder zu Hause eingenebelt werden?

ULRICH Man kann die Menschen nicht bis in die Privatsphäre hinein reglementieren. Was dort geschieht, liegt in der Verantwortung der Eltern. Wichtiger wäre aber mehr Aufklärungsarbeit. Das Auto ist immer noch ein halböffentlicher Raum, da ist es auch einigermaßen kontrollierbar.

Das Gespräch führte
Iris Neu-Michalik