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Auf der Balkanroute
Die Zahl der Asylbewerber geht in Europa zurück

Frankfurt. Die Zahl der Asylbewerber in der EU geht trotz leicht steigender Flüchtlingszahlen auf der Balkanroute weiter zurück. Von Januar bis Ende April dieses Jahres stellten rund 176 000 Flüchtlinge erstmals einen Asylantrag, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf vorläufige EU-Zahlen berichteten.

Das entspreche einem Rückgang von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Daten stammen aus dem EU-Frühwarn- und Vorsorgesystem, in das alle Mitgliedstaaten ihre Zahlen einspeisen, und sind als vorläufig gekennzeichnet, wie die Zeitungen schreiben.

Die Statistikbehörde Eurostat bestätigte den Trend. Da die Zahlen jedoch noch nicht vollständig seien, sei es zu früh, um von einem Rückgang der Asylbewerberzahlen um 20 Prozent seit Jahresbeginn zu sprechen, betonte eine Eurostat-Sprecherin. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres stellten demnach insgesamt knapp 84 400 Flüchtlinge erstmals einen Asylantrag. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es noch fast 112 800. Das entsprach einem Rückgang um knapp 25 Prozent.

Die Entwicklung in Deutschland entspreche dem europaweiten Trend. Laut Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sank die Zahl der Asylerst­anträge in den ersten vier Monaten ebenfalls um 20 Prozent auf 56 100. Die wichtigsten Herkunftsländer von Flüchtlingen in der EU sind Syrien, der Irak und Afghanistan.