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Kommentar
Die Gespräche müssen wieder in Gang kommen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die harte Linie der IG Metall mit unbefristeten Streiks kommt nicht von ungefähr. Sie fürchtet nicht nur um das Unternehmen Neue Halberg Guss, sie fürchtet auch um die Existenzen der Mitarbeiter.

Und die Furcht ist nicht ganz unbegründet. Schließlich waren die Verhandlungen zwischen dem NHG-Eigner Prevent und dem wichtigsten Kunden Volkswagen nicht auf Konsens ausgelegt. Vielmehr scheint die Entwicklung der zu gleichen, die die Gewerkschaft vor knapp drei Jahren bei der Beckinger Schraubenfabrik durch den Investor Whitesell erlebt hat. Das US-Unternehmen hatte die Autohersteller, die von dem Zulieferer abhängig waren, mit massiven Preiserhöhungen unter Druck gesetzt, und gleichzeitig alle Vermögenswerte aus dem Unternehmen gezogen. Übrig blieb ein Scherbenhaufen. Obwohl Prevent bestreitet, eine ähnliche Strategie zu verfolgen, gibt es zumindest ähnliche Muster. Lieferstopps und Preiserhöhungen haben die Beziehung zu VW vergiftet. Jetzt sind dringend partnerschaftliche Gespräche nötig. Gegeneinander werden die Parteien keine Lösung bekommen.