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Mission im Kosovo
Die EU war einfach blauäugig

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Nein, was die Eulex-Akteure im Kosovo erreicht haben, reicht nicht. Aber das kann man denen, die vor Ort waren, nur begrenzt zum Vorwurf machen. Die Juristen und Fachbeamten, die Polizisten und sonstigen Helfer kamen in ein vom Krieg tief zerrissenes Land, in dem es mafiöse Strukturen gab und weiter gibt.

Dass zeitweise sogar Richter in Verdacht gerieten, bestechlich zu sein und sich auf falsche Freunde zu verlassen, passt in das Bild. Auch wenn es sich bei einigen dieser Vorhaltungen offenbar um Aktionen der Unterwelt handelte, um missliebige Richter oder Staatsanwälte zu diskreditieren. Das hätte man ahnen, – nein – wissen müssen. Die Auswahl des Eulex-Personals entsprach nicht den Anforderungen, die man an Aufbauhelfer in einem ehemaligen Kampfgebiet, in dem es ethnische Säuberungen gegeben hat, stellen muss. Insofern mag die Bilanz schlecht ausfallen. Doch das liegt vor allem an jenen, die allzu blauäugig glaubten, die Europäer könnten die Rechtsstaatlichkeit im Kosovo besser herstellen als die UN. Eulex muss für den Auswärtigen Dienst der EU eine Lehre sein. Guter Wille allein ist zu wenig.