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Deutscher Einzelhandel sorgt sich um sein Weihnachtsgeschäft

Berlin/Hamburg/Mülheim. Trotz der Finanzkrise geht der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) für das diesjährige Weihnachtsgeschäft von "normalen" Umsätzen aus. Tengelmann rechnet dagegen damit, dass das Geschäft vor Weihnachten das schwächste seit Jahren sein wird

Berlin/Hamburg/Mülheim. Trotz der Finanzkrise geht der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) für das diesjährige Weihnachtsgeschäft von "normalen" Umsätzen aus. Tengelmann rechnet dagegen damit, dass das Geschäft vor Weihnachten das schwächste seit Jahren sein wird. "Da werden sich viele Hoffnungen in Luft auflösen", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter von Tengelmann, Karl-Erivan Haub, in Mülheim an der Ruhr. Die Finanzkrise werde kurzfristig auf den Handel durchschlagen. Nach Einschätzung von Tengelmann könnten von einer Abkühlung der Konjunktur vor allem die Discounter in der Bekleidungs- und Baumarktbranche profitieren.Die Verbraucher seien verunsichert und sparten für den Ruhestand. Bei Autokäufen sei das bereits zu spüren, sagte Haub. Der Lebensmittel-Einzelhandel werde jedoch weniger stark betroffen sein als andere Bereiche des Handels, da die Waren täglich benötigt würden. Der Einzelhandel in Deutschland sei aber ohnehin schwierig. Der Konjunkturaufschwung der Vorjahre sei nicht in den Kassen angekommen.Messlatte nicht sehr hochHDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte, im vergangenen Jahr sei das Geschäft im November und Dezember mit einem Minus von zwei Prozent enttäuschend verlaufen. Daher sei die Messlatte für 2008 nicht so hoch gesetzt. Zu Weihnachten würden "andere Gesetze des Einkaufens gelten", sagte er. Da werde das ganze Jahr über etwas für Anschaffungen beiseitegelegt. Auswirkungen der Finanzkrise seien noch nicht zu spüren: "Es gibt keinen Käuferstreik." Zudem gebe es derzeit einen "Anschaffungsstau". Es sei allerdings abzuwarten, ob der sich mit dem Weihnachtsgeschäft lösen werde.An seiner Prognose für 2008 hält der Branchenverband unterdessen fest. Demnach könnten die Umsätze nominal um 1,5 Prozent steigen. Real geht er aber von einem Umsatzminus von einem Prozent aus. In den ersten drei Quartalen sei im Einzelhandel mit Bekleidung, Einrichtungsgegenständen und Unterhaltungselektronik preisbereinigt ein Umsatzplus von 1,4 Prozent im Vergleich zu 2007 erzielt worden. dpa