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Wegen zu viel Bürokratie
Datenschutzgesetz verhindert weihnachtliche Wunschzettel

Roth. Jahrelang haben die Kinder im fränkischen Roth kleine Wunschzettel auf dem Weihnachtsmarkt an den großen Christbaum gehängt. Nette Dinge standen da drauf, wie einmal in einem Feuerwehrauto mitfahren, einen Tag lang den Bürgermeister begleiten oder ein kostenloser Freibadbesuch. epd

Bis zu 4000 Wünsche kamen so jährlich zusammen, sagte die Stadt der „Welt“. Doch damit ist jetzt Schluss.

Schuld daran ist die Angst vor dem Bürokratie-Monster „Europäische Datenschutzverordnung“. Denn bisher schrieben die Kinder ihre Namen und Adressen auf die Wunschzettel. Sie wurden dann an „Wunscherfüller“ geschickt. Laut DSGVO müssten nun aber die Eltern schriftlich die Einwilligung geben, dass die Daten der Kinder weitergegeben werden dürfen. Vor diesem bürokratischen Aufwand und der Gefahr, bei Verfehlungen mit Schadenersatzforderungen überzogen zu werden, kapitulierte die Stadt. „Wir wollen Kinder glücklich machen und sie nicht komplizierte Formulare ausfüllen lassen.“