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Investitionen von 155 Millionen Euro
Bund modernisiert die Kasernen in der Region

Allein in die Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne, wo die Kampfeinheiten des Fallschirmjägerregiments 26 stationiert sind, will der Bund in den kommenden Jahren rund 70 Millionen Euro investieren – den größten Einzelposten aus dem Modernisierungsprogramm für die Kasernen in der Region.
Allein in die Zweibrücker Niederauerbach-Kaserne, wo die Kampfeinheiten des Fallschirmjägerregiments 26 stationiert sind, will der Bund in den kommenden Jahren rund 70 Millionen Euro investieren – den größten Einzelposten aus dem Modernisierungsprogramm für die Kasernen in der Region. FOTO: Eric Kolling
Zweibrücken. WLan auf den Stuben, neue Truppenküchen, Umbau von Gebäuden: 155 Millionen sollen nach Merzig, Lebach, Saarlouis und Zweibrücken fließen. Von Daniel Kirch

Der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, ist in den ersten hundert Tagen seiner Amtszeit viel herumgekommen. Die Botschaft, die der Vier-Sterne-General und Saarbrücker überall vermittelte, lautete: Es geht wieder aufwärts. „Nach 25 Jahren des Schrumpfens und Sparens hapert es an vielen Dingen“, räumte er in einem Interview mit Bundeswehr-Medien ein. Die eingeleiteten „Trendwenden“ brauchten noch Zeit. Es soll 20 000 zusätzliche Soldaten und mehr Milliarden für besseres Material geben.

Wobei Material nicht nur fliegende Hubschrauber und hochtechnologische Waffensysteme umfasst, sondern auch die Unterkünfte. Die sind zum Teil so heruntergekommen, dass die ehemalige Neunkircher SPD-Bundestagsabgeordnete Heidtrud Henn nach einem Besuch in der Zweibrücker Kaserne einmal sagte, sie würde in den dortigen Unterkünften „nicht mal mit Gummistiefeln“ duschen gehen.

Von den versprochenen Investitionen soll auch unsere Region profitieren. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr geht davon aus, dass in den Kasernen in Merzig, Saarlouis, Lebach und Zweibrücken mittel- und langfristig 155 Millionen Euro investiert werden. Die Planungen reichten bis ins Jahr 2031, sagte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage.



Bis zum Jahr 2020 soll es in allen Bundeswehr-Unterkünften in der Region zum Beispiel freies Internet für private Zwecke geben. Dies soll den Dienst in den Streitkräften attraktiver machen. Soldaten klagen seit Jahren über Verzögerungen bei dem 2014 von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ausgerufenen Projekt. Die Bundeswehr verspricht für den Internetzugang über einen WLan-Hotspot eine Geschwindigkeit von mindestens 10 MBit/s in den Unterkünften und mindestens 2 MBit/s in den Betreuungseinrichtungen.

Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 155 Millionen Euro sollen rund 70 Millionen Euro nach Zweibrücken fließen, wo die Kampfeinheiten des Fallschirmjägerregiments 26 stationiert sind. Für Merzig, wo die Unterstützungs-, die Sanitäts- und die Rekrutenkompanie des Regiments sowie ein Sanitätszentrum ihren Sitz haben, sind 45 Millionen Euro vorgesehen. 20 Millionen Euro wollen die Bundeswehr-Planer nach Saarlouis stecken, wo der Stab der Luftlandebrigade 1 (Saarland-Brigade), Luftlandepioniere, das Landeskommando und das Karriere-Center angesiedelt sind. Der gleiche Betrag ist für Lebach geplant, wo die Luftlandeaufklärer der Saarland-Brigade sowie die Fernmeldekompanie des Eurokorps sitzen.

An den einzelnen Standorten ist Folgendes geplant (in Klammern jeweils das Jahr der geplanten Fertigstellung):

■ Merzig: Internet in den Unterkünften (2020), Umbau Gebäude 20 zum Sanitätsgebäude (2022)
■ Saarlouis: Internet in den Unterkünften (2020), Neubau der Truppenküche (2020), Neubau einer Hindernisbahn (2021), Sanierung der Standortschießanlage (2021), Sanierung des Abwassernetzes (2020), Verbesserung des Brandschutzes in verschiedenen Gebäude (2020)

■ Lebach: Internet in den Unterkünften (2020), Sanierung der Wege zum Standortübungsplatz (2022)

■ Zweibrücken: Internet in den Unterkünften (2020), Neubau der Sporthalle (2019), Neubau der Truppenküche (2019), Umbau des Sanitätsbereiches (2019), Anpassung der Stromversorgung der Liegenschaft (2019), Grundsanierung des Funktionsgebäudes A1 (2022).

In den Folgejahren ab 2020/21 sollen in den Kasernen in der Region außerdem unter anderem die Trink- und Löschwasserversorgung, die Abwasserentsorgung, die Stromnetze und große Teile des Straßen- und Wegnetzes erneuert werden.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Bundeswehr an ihren Standorten in der Region Millionen verbaut. Laut Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen wurden in Merzig die Sportanlagen erneuert und das Betreuungs- und Freizeitgebäude saniert, in Saarlouis ein Unterkunftsgebäude grundsaniert, in Lebach der Sportplatz erneuert und in Zweibrücken der Sportplatz saniert sowie ein Kleinspielfeld gebaut.

So sieht die neue Möbelserie aus, die sich bei einem Wettbewerb durchgesetzt hat und flächendeckend eingeführt werden soll. 
So sieht die neue Möbelserie aus, die sich bei einem Wettbewerb durchgesetzt hat und flächendeckend eingeführt werden soll.  FOTO: Bundeswehr / Tom Twardy