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Börsenbeben verunsichert die Euro-Zone

Berlin/Brüssel/Frankfurt. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn (Foto: dpa) hat eine Aufstockung des europäischen Rettungsschirms (EFSF) nicht ausgeschlossen. Damit stellte sich Rehn am Freitag hinter EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der eine erneute Erhöhung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds am Vortag ins Gespräch gebracht hatte

Berlin/Brüssel/Frankfurt. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn (Foto: dpa) hat eine Aufstockung des europäischen Rettungsschirms (EFSF) nicht ausgeschlossen. Damit stellte sich Rehn am Freitag hinter EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der eine erneute Erhöhung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds am Vortag ins Gespräch gebracht hatte. Die Märkte verunsichert diese Diskussion zusätzlich: Weltweit war nach der dramatischen Talfahrt vom Vortag an den Börsen keine Entspannung in Sicht. Der Dax konnte zwar seine Verluste am Freitagnachmittag nach besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten etwas eindämmen, blieb aber den achten Tag in Folge im Minus. Zuvor waren Dow Jones und Nikkei eingebrochen.Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP, Foto: dpa) reagierte unwirsch auf die neuerliche Diskussion um die Ausstattung des Rettungsfonds: "So eine Debatte kommt zur Unzeit. Es ist gerade einmal zwei Wochen her, da wurden weitreichende und gute Beschlüsse gefasst." Rösler betonte, die Gipfel-Entscheidungen vom 21. Juli müssten konsequent umgesetzt werden. "Deswegen sehe ich gar keine Notwendigkeit für eine erneute Diskussion." Rehn versuchte, die Wogen zu glätten. Es sei seit langem die Position der Kommission, die Kreditfähigkeit des EFSF zu verstärken, sagte er in Brüssel. "Wir müssen bereitstehen, um unsere Krisenwerkzeuge anzupassen." Er räumte ein, die Finanzmärkte hätten nicht wie erhofft auf die Beschlüsse des EU-Sondergipfels reagiert. Die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten hatten am 21. Juli ein zweites Hilfspaket für Griechenland auf den Weg gebracht.

Ein Grund für die Talfahrt der Märkte sei die jüngste Schuldendebatte in den USA gewesen. Rehn äußerte aber auch Selbstkritik: "Wir hatten Schwierigkeiten, den Märkten die Beschlüsse zu vermitteln." > Seite 2: Berichte, Seite 4: Meinung dpa