| 21:19 Uhr

Bislang keine Strahlung in Europa

 Energiekommissar Günther Oettinger will Sicherheitsprüfungen in die Wege leiten. Foto: dpa
Energiekommissar Günther Oettinger will Sicherheitsprüfungen in die Wege leiten. Foto: dpa
Brüssel. Nach dem japanischen Atomunglück gibt es bislang keine radioaktive Belastung in Europa. Bereits am Wochenende hatte die Kommission das Frühwarnsystem Ecurie aktiviert, dessen Messstellen in allen 27 Mitgliedstaaten verteilt sind. Bis gestern wurden allerdings keine erhöhten Werte registriert. Heute kommen in Brüssel die Wirtschaftsminister der EU zu einer Krisensitzung zusammen

Brüssel. Nach dem japanischen Atomunglück gibt es bislang keine radioaktive Belastung in Europa. Bereits am Wochenende hatte die Kommission das Frühwarnsystem Ecurie aktiviert, dessen Messstellen in allen 27 Mitgliedstaaten verteilt sind. Bis gestern wurden allerdings keine erhöhten Werte registriert.Heute kommen in Brüssel die Wirtschaftsminister der EU zu einer Krisensitzung zusammen. Energiekommissar Günther Oettinger will dabei prüfen lassen, ob "europaweit neue Regeln für Sicherheitsstandards oder technische Überprüfungen festgelegt" werden müssen. Laut EU-Recht hat die Kommission bislang keine Zuständigkeiten für diesen Bereich der Energieversorgung. Von den 27 Mitgliedstaaten setzen derzeit 14 auf Kernkraft. Bei dem heutigen Treffen sollen die nationalen Sicherheitsregeln und Notfallpläne zur Sprache kommen. "Ich halte die Tragweite des Vorfalls in Japan für nicht abschließend absehbar", sagte Oettinger gestern.

Die EU-Kommission hat sich bislang darauf beschränkt, die Sicherheitsvorschriften der Internationalen Energie-Behörde an die Gemeinschaft weiterzugeben. Diese sehen vor, dass AKW in Europa bis zu einem Beben der Stärke 6,5 auf der Richter-Skala ausgelegt sein müssen. Erschütterungen wie in Japan, wo nach dem jüngsten Stand eine Stärke von 9,0 gemessen wurde, hätten die europäischen Meiler also nicht standgehalten.

Inzwischen werden massive Bedenken vor allem aus den Mitgliedstaaten laut, die sich gegen Kernenergie ausgesprochen haben. Von Seiten Österreichs gab es Forderungen nach einem "Stress-Test" für AKW. Und auch der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen (SPD), sagte, man solle die europäischen Anlagen "gründlich prüfen". Leinen: "In dem dichtbewohnten Kontinent Europa wären die Folgen eines Sicherheitszusammenbruchs außerhalb unserer Vorstellungskraft." dr



 Energiekommissar Günther Oettinger will Sicherheitsprüfungen in die Wege leiten. Foto: dpa
Energiekommissar Günther Oettinger will Sicherheitsprüfungen in die Wege leiten. Foto: dpa