| 23:17 Uhr

Berlusconi-Lager schneidet bei Regionalwahlen unerwartet gut ab

Rom. Das Mitte-Rechts-Lager von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi (Foto: dpa) hat bei den Regionalwahlen weitaus besser abgeschnitten als erwartet und den oppositionellen Linken vier Regionen abgenommen. Nach gestern vom Innenministerium veröffentlichten Endergebnissen gewann die Rechte in sechs der 13 zur Wahl stehenden Regionen

Rom. Das Mitte-Rechts-Lager von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi (Foto: dpa) hat bei den Regionalwahlen weitaus besser abgeschnitten als erwartet und den oppositionellen Linken vier Regionen abgenommen. Nach gestern vom Innenministerium veröffentlichten Endergebnissen gewann die Rechte in sechs der 13 zur Wahl stehenden Regionen. Die mit Berlusconi verbündete fremdenfeindliche Lega Nord ging besonders gestärkt aus dem Urnengang hervor. Das Mitte-Rechts-Lager nahm den Linken unter anderem das Latium um die Hauptstadt Rom und die Arbeiter-Hochburg Piemont ab und siegte zudem in der Lombardei mit der Wirtschaftsmetropole Mailand, in Venetien um Venedig und in den südlichen Regionen Kampanien und Kalabrien. Die Mitte-Links-Parteien konnten sich in den restlichen sieben Regionen durchsetzen, unter anderem in den "roten Bastionen" Toskana und Emilia-Romagna sowie in den Südregionen Apulien und Basilikata. Insgesamt wurde in 13 der 20 Regionen gewählt. Die Wahlbeteiligung rutschte mit knapp 65 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Die Italiener gelten eigentlich als wahlfreudiges Volk. Da es der letzte Urnengang vor den für 2013 geplanten Parlamentswahlen war, galt er zudem als Stimmungstest für Berlusconi. Regierungssprecher Paolo Bonaiuti bezeichnete das Abschneiden von Berlusconis Koalition als "Erfolg". Die Wähler hätten trotz der Wirtschaftskrise darauf verzichtet, der Regierung einen Denkzettel zu verpassen, sagte Bonaiuti dem Fernsehsender Sky TG24. Insbesondere der Sieg der konservativen Kandidatin im Latium, Renata Polverini, gegen die ehemalige EU-Kommissarin Emma Bonino sei "sensationell". Polverini erreichte den Ergebnissen zufolge 51,1 Prozent der Stimmen. Die rechtsgerichtete Lega Nord ging besonders gestärkt aus den zweitägigen Wahlen hervor. Im Piemont rund um Turin gelang den Rechtspopulisten mit ihrem Kandidaten Roberto Cota etwa ein Überraschungssieg gegen die Linke Mercedes Bresso. Die Partei von Umberto Bossi fordert nun ein weiteres Ministeramt und den Bürgermeisterposten von Mailand, der zweitgrößten Stadt des Landes. afp