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Ein Teil der Reisenden muss mehr zahlen
Bahn erhöht die Preise und bietet neue Strecken an

Ab 9. Dezember kommt man aus unserer Region mit der Bahn schneller nach Berlin.
Ab 9. Dezember kommt man aus unserer Region mit der Bahn schneller nach Berlin. FOTO: dpa / Soeren Stache
Berlin. Über Kaiserslautern, Neustadt und Homburg fährt bald erstmals ein direkter ICE nach Berlin.

Bahnfahren wird in diesem Winter wieder etwas teurer. Das Preisniveau für Fahrten im Fernverkehr steigt zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember um 0,9 Prozent, wie die Deutsche Bahn gestern in Berlin mitteilte. Die gleiche Erhöhung gab es vor einem Jahr. Fahrscheine zum vollen Preis (Flexpreis) werden im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. Wer seine Reise bis zum 8. Dezember bucht, fährt noch zu den alten Preisen. Tickets für den Winterfahrplan können ab 16. Oktober gekauft werden. Verbraucherschützer kritisierten das Preissystem der Bahn. Lob gab es für neue Verbindungen.

So wird die Deutsche Bahn zwischen Düsseldorf und Stuttgart häufigere Direktverbindungen über den Frankfurter Flughafen anbieten. Ab April 2019 fährt die Linie Frankfurt-Köln-Aachen-Brüssel durchgehend im Zweistundentakt. Neu ist auch die Eurocity-Verbindung von Berlin nach Breslau und Krakau in Polen. Ebenso erstmals im Angebot: Ab Dezember wird täglich zwei Mal ein Intercity von Münster nach Berlin fahren. Ab Berlin macht sich täglich auch ein ICE über Nürnberg und Passau auf den Weg nach Wien. Die Fahrzeit beträgt acht Stunden.

Kaiserslautern, Neustadt und der für Teile der Westpfalz wichtige Bahnhof Homburg bekommen ab Mitte Dezember erstmals einen direkten ICE nach Berlin. Die bisherige Umsteigeverbindung Saarbrücken-Berlin wird durch eine Direktverbindung ersetzt, wie die Bahn mitteilte. Reisende erreichen demnach Berlin von Saarbrücken aus rund 20 Minuten schneller als zuvor. „Die Fahrgäste reisen in neugestalteten ICE-3-Zügen und profitieren damit von modernster Ausstattung und einem erhöhten Sitzplatzangebot“, so die Bahn weiter. Die bisherige Direktverbindung Saarbrücken–Dresden werde durch eine Umsteigeverbindung ersetzt.



Die Preiserhöhungen halten die Verbraucherzentralen angesichts „eklatanter Verspätungen“ im Fernverkehr für „nicht begründbar“. Die Bahn müsse erst einmal wieder bessere Qualität liefern, sagte die Verkehrsexpertin des Bundesverbands VZBV, Marion Jungbluth.

Die Bahn will die Flexpreise weiter an bestimmten Tagen anheben oder senken. Hintergrund dieses Vorgehens: Die Züge sollen gleichmäßiger ausgelastet werden, vor allem an Wochenenden und vor Feiertagen.

Mit den neuen Preisen werden Vielfahrer relativ stark zur Kasse gebeten: Für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 sind in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zu zahlen. Die Preise für Platzreservierungen sowie für die Rabattkarten Bahncard 25 und Bahncard 50 verändern sich nicht.

Kräftig erhöht wird das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug: von 12,50 Euro auf 19 Euro.

Zugfahrten im Regionalverkehr über Grenzen von Verkehrsverbünden hinweg werden im Durchschnitt 1,5 Prozent teuer, wie die Bahn bereits vor zwei Wochen mitgeteilt hatte.

(dpa)