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Autoindustrie sieht sich auf rasanter Talfahrt

Frankfurt/Main. Die deutsche Autobranche erwartet 2009 das schlechteste Jahr seit mindestens zwanzig Jahren. Der Verband der Automobilwirtschaft (VDA) rechne bundesweit mit 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen - und das auch nur bei günstigen politischen Rahmenbedingungen, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann (Foto: ddp) gestern in Frankfurt am Main

Frankfurt/Main. Die deutsche Autobranche erwartet 2009 das schlechteste Jahr seit mindestens zwanzig Jahren. Der Verband der Automobilwirtschaft (VDA) rechne bundesweit mit 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen - und das auch nur bei günstigen politischen Rahmenbedingungen, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann (Foto: ddp) gestern in Frankfurt am Main. Auch eine noch schlechtere Entwicklung sei nicht auszuschließen. Wegen der anhaltenden Talfahrt deutete Wissmann einen Abbau von Arbeitsplätzen an. Für dieses Jahr erwartet der VDA in Deutschland knapp unter 3,1 Millionen Pkw-Neuzulassungen, womit das Niveau von 2007 nicht erreicht werde. "Die Automobilmärkte haben eine Talfahrt genommen, die in dieser Geschwindigkeit und Ausprägung noch nie vorher stattgefunden hat", betonte Wissmann. Auch der Export und die Produktion würden 2009 prozentual zweistellig rückläufig sein.Seit September kappten die Hersteller 1850Arbeitsplätze und schickten 10000 Zeitarbeiter nach Hause. "Die Krise wird weitere Auswirkungen auf die Beschäftigung haben", warnte Wissmann, ohne Zahlen zu nennen. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland hängt von der Autoindustrie mit 761600 Mitarbeitern ab. Verlängerte Weihnachtsferien, Produktionspausen und der Abbau von Arbeitszeitkonten seien nur ein erster Schritt. Die Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe mache Herstellern und Zulieferern zu schaffen. Auch das Geschäft mit Lastwagen und Transportern ginge zurück.Jedoch dürften die Hersteller ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht zusammenstreichen. Vielmehr müssten die Investitionen "auf dem höchstmöglichen Niveau weitergeführt werden", so Wissmann. >Seite8: Berichte; Seite 4: Analyse ddp/dpa/afp



HintergrundIm Wörther Werk des Autozulieferers Faurecia stehen nach Angaben der IG Metall mehr als 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Allein 80 bis 85 Jobs seien bedroht, weil es keinen Ersatz für zwei auslaufende Aufträge gebe, sagte gestern der Erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft in Neustadt, Werner Dietrich. dpa