| 22:10 Uhr

Sonderbeauftragter der Bundesregierung auf Afghanistan-Konferenz
Wie Markus Potzel im Hintergrund die Fäden sponn

 Markus Potzel war die treibende Kraft bei der Afghanistan-Konferenz in Doha.
Markus Potzel war die treibende Kraft bei der Afghanistan-Konferenz in Doha. FOTO: dpa / Kay Nietfeld
Kabul/Berlin. Es war die bislang erfolgreichste Konferenz zwischen radikalislamischen Taliban sowie afghanischen Politikern und Vertretern der Zivilgesellschaft. Das Treffen endete in der Nacht zum Dienstag erstmals mit einigen konkreten gemeinsamen Verpflichtungen. dpa

Als eine treibende Kraft hinter der Konferenz agierte der deutsche Diplomat Markus Potzel (54). Er ist Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan.

Bei allen Konfliktparteien geachtet, hatte er in den vergangenen Wochen gleich mehrfach Zugang zur sonst nicht immer gesprächsbereiten Spitze des politischen Taliban-Büros in Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar. Er traf aber auch Vertreter von Regierung und Opposition. Ohne ihn wäre die „Dialog-Konferenz“ wohl nicht zustande gekommen, lobten viele.

Potzel hat große Erfahrung mit dem komplexen Konflikt und den Beteiligten. Von 2014 bis 2016 war er Botschafter in Kabul. Er hat sich enge Kontakte zur Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft erarbeitet. Geholfen hat, dass er nach Jahren an der Botschaft im Iran fließend Farsi spricht – neben Paschto, die Landessprache in Afghanistan. Potzel war einer der wenigen Botschafter, die sich noch regelmäßig durch das anschlagsgeschüttelte Kabul bewegten, als andere Diplomaten sich schon hinter Bombenschutzwällen verbarrikadieren mussten.



Nach seiner Zeit in Kabul arbeitete Potzel ein Jahr lang als Chef des Krisenstabes im Auswärtigen Amt (AA). Im September 2017 berief das AA ihn dann auf den Posten des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan. Vorher war Potzel unter anderem jahrelang persönlicher Referent von Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier.