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Fußball
Duell zweier Fußball-Welten

 Frank Schmidt, der Trainer des 1. FC Heidenheim.
Frank Schmidt, der Trainer des 1. FC Heidenheim. FOTO: dpa / Friso Gentsch
Heidenheim. Der 1. FC Heidenheim fordert in der 2. Liga den großen Nachbarn VfB Stuttgart heraus. sid

Es ist ja nicht so, dass Frank Schmidt nicht schon längst hätte weggehen können. Angebote, den 1. FC Heidenheim zu verlassen, gab es wohl genug in den vergangenen zwölf Jahren. Vor drei Jahren soll auch der VfB Stuttgart mal sein Interesse an dem Trainer bekundet haben, was den Heidenheimer Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald zu der Aussage verleitete: „Bei mir hat sich noch kein Verein gemeldet – und es braucht sich auch keiner melden.“

Der VfB Stuttgart hat sich 2016 übrigens für Jos Luhukay entschieden – und seitdem sieben Mal den Trainer getauscht. In den zwölf Jahren, in denen Schmidt den 1. FC Heidenheim von der fünftklassigen Oberliga Baden-Württemberg bis an das Tor zur Bundesliga führte, gab es 70 Kilometer westlich in Bad Cannstatt gleich 18 (!) Wechsel. Betroffen waren davon auch Thomas Schneider, Tayfun Korkut oder Markus Weinzierl – Kollegen von Schmidt beim DFB-Trainerlehrgang im Jahr 2011.

An diesem Sonntag nun (13.30 Uhr/Sky) treffen Heidenheim mit dem ewigen Schmidt (Vertrag bis 2023) und Stuttgart mit seinem neuen Trainer Tim Walter (Vertrag bis 2021) zum dritten Mal in einem Spiel der 2. Bundesliga aufeinander: Was zum einen daran liegt, dass der große VfB, immerhin fünf Mal deutscher Meister, gerade zum zweiten Mal abgestiegen ist, aber auch daran, dass der kleine FCH, wenigstens mal Meister in der 3. Liga (2014), im Mai knapp den Aufstieg verpasste.



Von den Voraussetzungen her dürfte es dieses dritte Duell zwischen beiden Vereinen ebenso wenig geben wie jene beiden in der Saison 2016/2017, als jeweils die Heimmannschaft mit 1:2 unterlag. Der VfB hat nach dem Abstieg immer noch einen Etat von über 40 Millionen Euro aufgestellt, er weiß Großkonzerne wie Daimler hinter sich. Heidenheim stemmt einen Etat von 26 Millionen Euro – dank der Unterstützung von 450 sehr großen bis sehr kleinen Partnern.

Und dann ist da eben Schmidt, längst der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball. Vor zwei Jahren kämpfte Heidenheim gegen den Abstieg, da wurde auch er infrage gestellt, auch von den Gremien im Verein. Sanwald hielt zu ihm. Vergangene Saison dann: Sieg im DFB-Pokal gegen Leverkusen, das denkwürdige 4:5 im Viertelfinale beim FC Bayern – und haarscharf am Aufstieg vorbeigeschrammt.