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1. FC Kaiserslautern
FCK bringt Ausgliederung auf den Weg

2500 Fans wollen den FCK am Ostersamstag in Duisburg unterstützen.
2500 Fans wollen den FCK am Ostersamstag in Duisburg unterstützen. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Kaiserslautern. Die Mitglieder stimmen am 3. Juni über die künftige Struktur des Vereins ab. Sportlich müssen derzeit noch 14 von 18 Teams zittern.

(dpa) Unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit in der kommenden Saison hat Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern den Weg für eine Abstimmung über die lange geplante Ausgliederung des Profifußball-Bereichs freigemacht. Die Mitglieder können nun bei einer außerordentlichen Versammlung am 3. Juni über die Gründung einer Kapitalgesellschaft abstimmen. Der Aufsichtsrat stimmte einem entsprechenden Vorstands-Entwurf am vergangenen Donnerstag zu.

Nach Ansicht des Sportvorstands Martin Bader würde dieser Schritt Türen für „externes Kapital öffnen“. Der viermalige deutsche Meister sieht in dieser Ausgliederung die letzte Chance, auch langfristig im Profifußball wettbewerbsfähig bleiben zu können. „Es steht eine wichtige und zukunftsträchtige Entscheidung für unseren Verein an, und ich wünsche mir, dass sich möglichst viele FCK-Mitglieder daran beteiligen“, sagte der Aufsichts-Chef Patrick Banf. „Wir suchen auch im Vorfeld weiterhin den Dialog mit unseren Fans und werden uns allen Fragen rund um das Thema Ausgliederung stellen.“

Derweil hat der FCK die Hoffnung auf den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga noch nicht aufgegeben. Trotz des Rückstands von acht Punkten auf den Relegationsplatz sagte Sportdirektor Boris Notzon vor dem Spiel am Ostersamstag (13 Uhr/Sky) beim MSV Duisburg: „Wir können es uns verdienen, noch mal ranzukommen. Wir wollen am Saisonende eine Konstellation erreichen, die einen Endspielcharakter hat.“ Im diesem so wichtigen Auswärtsspiel müssen die Pfälzer auf den Rot-gesperrten Abwehrchef Jan-Inger Callsen-Bracker verzichten. Die Leihgabe aus Augsburg wird wohl von Marcel Correia ersetzt.



Auf die Unterstützung ihrer Fans können die Lauterer weiter zählen. Trotz der scheinbar aussichtslosen Lage des Tabellenletzten reisen mehr als 2500 Anhänger mit nach Duisburg. „Die Fans identifizieren sich mit der Mannschaft und sehen, dass sie alles auf dem Platz lässt. Das ist jetzt unser Auftrag“, sagte Trainer Michael Frontzeck.

Ohnehin wird der Abstiegskampf in der 2. Fußball-Bundesliga wird in der Schlussphase der Saison zur reinen Nervensache. „In der Liga herrscht ein totales Durcheinander“, sagt Damir Buric, Trainer des Tabellen-15. Greuther Fürth: „Es ist verrückt, was jede Woche passiert.“ 14 von 18 Teams müssen im Stand heute engsten Abstiegsfinale der Zweitliga-Geschichte noch zittern. So kommt es am siebtletzten Spieltag am Wochenende gleich zu fünf echten Duellen im Kampf um den Klassenverbleib.

Wie grotesk die Situation ist, zeigt vor allem das Beispiel von Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen sind Fünfter, doch statt Aufstiegseuphorie herrscht auf der Alm Abstiegsangst. „Man darf nicht so naiv sein und glauben, dass man mit dem Abstieg nichts zu tun hat“, warnt Trainer Jeff Saibene. Die Arminia hat zwar nur vier Teams vor sich und 13 hinter sich, sie hat in dieser Saison mehr Spiele gewonnen als verloren – und doch ist der Abstiegs-Relegationsplatz näher als der, der zu Aufstiegsspielen gegen den Bundesliga-16. berechtigt. Vom nächsten Gegner Holstein Kiel auf Platz drei trennen Bielefeld nämlich sechs Punkte, von Erzgebirge Aue auf Rang 16 dagegen nur fünf.

Die Arminia hat wenigstens noch zahlreiche Konkurrenten als Puffer in ihrem Nacken. Bei anderen Teams, die bis vor wenigen Tagen nur nach oben geschaut haben, hat sich der Fokus komplett verändert. So auch bei Union Berlin. „Ich sehe momentan den Ernst der Lage, sonst wäre ich ja blind“, sagt Trainer André Hofschneider. Der Trend spricht jedenfalls gegen Union, denn in den elf Spielen seit Hofschneiders Amtsantritt hat kein Team weniger Punkte geholt.

Sollte Berlin am Sonntag (13.30 Uhr) in Fürth verlieren, wären die als Aufstiegsfavorit in die Saison gegangenen Köpenicker punktgleich mit den Franken.

Der große Gewinner des Durcheinanders ist Aue. Die Sachsen sind seit sechs Spielen ungeschlagen und könnten mit einem weiteren Sieg am Sonntag sogar den Tabellenvierten Jahn Regensburg bei dann nur noch vier Punkten Rückstand mit in den Abstiegssog ziehen. „Wir sind jetzt psychologisch im Vorteil“, frohlockt Torjäger Pascal Köpke.

Klar scheint vor dem Endspurt nur eines: Die magische Zahl von 40 Punkten, die normalerweise nie nötig ist, wird diesmal kaum genügen. „40 Punkte reichen bei Weitem nicht“, sagt Frank Schmidt, Trainer des 14. Heidenheim: „Dafür muss man gar nicht so gut in Mathe sein.“

(dpa)