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2. Fußball-Bundesliga
Endspiel für Trainer-Haudegen Meier

 Was soll ich nur tun? FCK-Trainer Norbert Meier sieht einigermaßen ratlos aus. Heute gegen Aue geht es um seine ganz persönliche Zukunft.
Was soll ich nur tun? FCK-Trainer Norbert Meier sieht einigermaßen ratlos aus. Heute gegen Aue geht es um seine ganz persönliche Zukunft. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern braucht heute gegen Aue einen Sieg, sonst muss der Übungsleiter gehen.

() Trost finden die Anhänger des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern derzeit wieder einmal nur beim Blick zurück. Vor 20 Jahren hatte sich der FCK gerade auf den Weg zum immer noch einmaligen Sensations-Titelgewinn als Aufsteiger gemacht. Dass Norbert Meier bereits der 20. Trainer seit diesen ruhmreichen Tagen ist, sagt schon fast alles über den Niedergang des viermaligen deutschen Fußballmeisters. Und ab morgen könnte sich der 21. Übungsleiter daran versuchen, wenigstens ein wenig von dem alten Glanz zurück auf den Betzenberg zu bringen.

Sollten die Roten Teufel die Zweitliga-Partie am heutigen Dienstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Erzgebirge Aue nicht gewinnen, muss Meier nach nur 259 Tagen im Amt gehen. Daran besteht nach den Aussagen der Verantwortlichen kein Zweifel. „Dann weiß auch der Trainer, dass das Team einen neuen Impuls braucht“, antwortete Sportdirektor Boris Notzon in der Bild-Zeitung auf die Frage nach den Konsequenzen eines Scheiterns. Der Meier-Rauswurf wäre bereits der fünfte Trainerwechsel in der laufenden Saison, die erst sechs Spieltage auf dem Buckel hat. Auch beim Gegner aus Aue sitzt mit Hannes Drews schon ein neuer Trainer auf der Bank.

Dabei stehen die Sachsen (sieben Punkte) im Vergleich mit den Pfälzern noch gut da. Der zweimalige DFB-Pokalsieger hat als einzige Mannschaft in dieser Saison noch keinen Sieg gefeiert und bildet mit gerade einmal zwei Zählern auf dem Konto das Schlusslicht der 2. Liga. Das im Sommer von den Vereinsverantwortlichen ausgegebene Ziel einer „sorgenfreien Saison“ ist jetzt schon Geschichte.



Und wenn es so weitergeht wie bisher, wird der Club das 20-jährige Jubiläum seines Meisterschaft-Coups in der Regionalliga Südwest feiern – dort, wo derzeit der 1. FC Saarbrücken, die SV Elversberg und Röchling Völklingen auflaufen. Schließlich ist die 3. Liga für den chronisch klammen Verein wahrscheinlich nicht finanzierbar, selbst die 2. Liga können sich die Lauterer mittelfristig kaum leisten. Immerhin haben die blassen Clubchefs um den Vorstandsvorsitzenden Thomas Gries und Aufsichtsratsboss Nikolai Riesenkampff bei der Verpflichtung von Norbert Meier im Januar finanzielle „Weitsicht“ bewiesen. Der 58-Jährige hat lediglich einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten. Eine Trennung dürfte also nicht allzu teuer werden. Aber daran denkt er nicht: „Ich bin ein bisschen irritiert über gewisse Aussagen, die ich lesen durfte. Da verhalten wir uns nicht sehr klug“, sagte Meier bei der Pressekonferenz: „Wir sollten der Mannschaft nicht jetzt schon irgendwelche Alibis verschaffen. Ich übernehme zwar die Verantwortung – aber es wäre schön, wenn andere die mit übernehmen würden.“ Meier weiß längst, dass er mit der Bitte um Geduld für die im Sommer einmal mehr runderneuerte Mannschaft kein Gehör mehr findet. Die üblichen Mechanismen werden im Fall des Misserfolgs greifen, um den Profis das Alibi zu nehmen. Daraus macht Sportdirektor Notzon keinen Hehl. „Unser Kader müsste deutlich besser dastehen. Einzelne Spieler verstecken sich“, äußerte der 37-Jährige: „Es gibt keine Ausreden mehr.“