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Zweikampf um den DFB-Thron

Berlin. Der DFB will in der Debatte um den Nachfolger von Präsident Theo Zwanziger eine schnelle Lösung. Auf einen Zweikampf zwischen Favorit Wolfgang Niersbach und Überraschungskandidat Erwin Staudt wollte sich der noch amtierende Verbandsboss gestern aber nicht festlegen

Berlin. Der DFB will in der Debatte um den Nachfolger von Präsident Theo Zwanziger eine schnelle Lösung. Auf einen Zweikampf zwischen Favorit Wolfgang Niersbach und Überraschungskandidat Erwin Staudt wollte sich der noch amtierende Verbandsboss gestern aber nicht festlegen. Generalsekretär Niersbach sei "nicht nur ein guter Freund, sondern ein herausragender Kandidat für diese Aufgabe", sagte Zwanziger. "Aber ich denke auch, dass es ein, zwei andere Kandidaten gibt, denen ich durchaus zutraue, dass sie dieses Amt übernehmen und wahrscheinlich besser machen können als ich."Liga-Chef Reinhard Rauball verzichtete am Montag auf eine Bewerbung. Für den FC Bayern winkte Präsident Uli Hoeneß ab. Schon an diesem Mittwoch wollen die Landesverbandsvorsitzenden und das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt die Weichen für die Post-Zwanziger-Ära stellen. Möglicherweise steht der neue starke Mann schon am Ende der Woche fest. Zwanziger will sich aber nicht unter Handlungsdruck setzen lassen. "Es ist ja noch nicht ganz so weit, ich bin ja noch im Amt. Wir werden das in aller Ruhe entwickeln, man muss sich um den deutschen Fußball keine Sorgen machen", sagte der Jurist, der am Freitag überraschend seinen Rückzug angekündigt hatte.

Mit aller Macht soll ein schlagzeilenträchtiger Wahlkampf innerhalb des größten Sportfachverbandes der Welt vermieden werden. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine Nachfolge-Diskussion à la Gottschalk haben", mahnte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.

Sicher ist, dass Rauball als Vertreter des Profifußballs keine Ambitionen hegt. "Ich habe den Mitgliedern erklärt, dass es bei mir zu keinem Zeitpunkt die Überlegung gab, für das Amt zu kandidieren", sagte der Präsident des deutschen Meisters Borussia Dortmund am Montag vor den 36 Vertretern der Ersten und Zweiten Liga. An der Personaldebatte wollte sich Rauball nicht beteiligen: Die Amateurvertreter sollten jetzt "erst mal einen Vorschlag machen, dann werden wir in der Liga überlegen, wie wir uns dazu verhalten".



Hinter den Kulissen ist der Wahlkampf längst entbrannt - öffentlich hält sich Niersbach total zurück, Staudt fühlt sich geschmeichelt. "Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zu sein, das ist eine der schönsten Aufgaben, die es in Deutschland gibt. Ich traue mir das zu", sagte der frühere Präsident des VfB Stuttgart und IBM-Manager.

Am Sonntag sollen sich Zwanziger, Niersbach und Staudt getroffen haben. Der Stuttgarter gilt im Spannungsfeld zwischen Amateur- und Profifußball als Vermittler. Dumm nur für den Schwaben, dass der omnipräsente Franz Beckenbauer den kaiserlichen Segen seinem Freund Niersbach erteilt hat: "Er ist in meinen Augen der Beste." dpa Foto: Dedert/dpa

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