| 23:24 Uhr

Australian Open in Melbourne
Zverev fehlt noch etwas

Alex Zverev 
erlebte eine weitere Enttäuschung bei einem Grand-Slam-Turnier.
Alex Zverev erlebte eine weitere Enttäuschung bei einem Grand-Slam-Turnier. FOTO: Vincent Thian / dpa
Melbourne. Überraschend frühes Aus bei den Australian Open. Kerber gewinnt dagegen klar.

In der Umkleidekabine klopfte ihm Roger Federer tröstend auf die Schulter und sprach ein paar aufbauende Worte, doch das unerwartet frühe Australian-Open-Scheitern wird Tennisprofi Alexander Zverev noch eine Weile beschäftigen. „Ich muss herausfinden, was mit mir in den entscheidenden Momenten bei den Grand Slams passiert. Es ist in Wimbledon passiert, es ist in New York passiert, es ist hier passiert“, sagte Zverev nach dem 7:5, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6, 0:6 gegen den Südkoreaner Chung Hyeon – und lieferte einen Teil der Antwort gleich mit: „Grand Slams bedeuten mir noch zu viel. Einige erwarten, dass ich ins Halbfinale komme. Das merkt man schon.“

Anstatt allerdings frustriert in den erstbesten Flieger Richtung Heimat zu steigen, steht für den mit Abstand Jüngsten aus den Top Zehn die nächste Herausforderung an. Anfang Februar kämpft die deutsche Davis-Cup-Auswahl im australischen Brisbane um den Einzug ins Viertelfinale – auch dann werden Druck und Erwartungshaltung auf dem 20-Jährigen lasten. Dass neben Zverev auch Maximilian Marterer als letzter von den anfangs zehn deutschen Herren ausschied, war keine so große Überraschung. Der 22 Jahre alte Nürnberger unterlag Tennys Sandgren aus den USA mit 7:5, 3:6, 5:7, 6:7 (5:7). Angelique Kerber trumpfte dagegen richtig groß auf. Die Kielerin entschied das Duell der früheren Melbourne-Siegerinnen und ehemaligen Weltranglisten-Ersten klar für sich und ließ die Russin Maria Scharapowa beim 6:1, 6:3 in 64 Minuten keine Chance. „Sie war sehr aggressiv, sie ist Risiken eingegangen – und das hat sich ausgezahlt“ sagte Scharaowa.

Nächste Gegnerin war in der Nacht zu heute die Weltranglisten-88. Hsieh Su-Wei aus Taiwan. Diese hatte in der zweiten Runde Wimbledonsiegerin Garbine Muguruza aus Spanien bezwungen und anschließend die an Nummer 26 gesetzte Polin Agnieszka Radwanska.