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Zurück in die Erfolgsspur

Garmisch-Partenkirchen. Der Geist von Innsbruck soll den deutschen Skispringern bei der 57. Vierschanzentournee zu neuen Höhenflügen verhelfen. Zwar sieht Bundestrainer Werner Schuster sein Team zur Halbzeit der Traditionsveranstaltung im Soll Von dpa-Mitarbeiter Lars Reinefeld

Garmisch-Partenkirchen. Der Geist von Innsbruck soll den deutschen Skispringern bei der 57. Vierschanzentournee zu neuen Höhenflügen verhelfen. Zwar sieht Bundestrainer Werner Schuster sein Team zur Halbzeit der Traditionsveranstaltung im Soll. Doch nach dem Traumergebnis zum Auftakt in Oberstdorf bedeutete der achte Platz von Martin Schmitt als einziger Top-Ten-Platzierung beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen einen kleinen Rückschlag.Bei dem Versuch, nach den Nieten in der Windlotterie nun wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden, soll Schmitt und Co. ein Blick in die Vergangenheit Mut machen. "Wir haben gute Erinnerungen an Innsbruck", sagte Schuster am Freitag. Im Olympiaort von 1964 und 1976 begann im Sommer der Aufschwung der DSV-Adler mit dem Sieg in einem Jux-Duell gegen die Österreicher. "Wir dachten eigentlich alle, hoffentlich gibt es kein 0:5", erinnert sich der Bundestrainer an jenen Tag im Juni 2008. Doch dann siegte der erste Springer, gefolgt vom zweiten und am Ende setzte sich das deutsche Team mit 3:2 durch. "Da wussten die Jungs, dass sie was können", sagte Schuster, der hofft, dass seine Schützlinge dieses Potenzial am Sonntag (13.45 Uhr) wieder abrufen können.Doch auch wenn Schmitt in Garmisch beim Sprung auf das Podest die Nerven versagten und Michael Uhrmann (14.), Stephan Hocke (20.) und Michael Neumayer (24.) ebenfalls nicht an den starken Auftritt von Oberstdorf, wo vier Athleten unter den ersten 15 gelandet waren, anknüpfen konnten, zog Schuster ein zufriedenes Halbzeit-Fazit der Tournee. "Das Wort Enttäuschung mag ich nicht. Unsere Zielsetzungen haben wir erreicht. Wir stehen gut da", sagte er. "Wir sollten es tunlichst vermeiden, jetzt alles schlecht zu reden."Für den 39-Jährigen befinden sich die deutschen Springer an einer wichtigen Weichenstellung. "Es gilt jetzt, die Dinge richtig einzuordnen. Wir wissen, dass wir in Garmisch nicht unsere besten Sprünge gezeigt haben, doch die Gesamtentwicklung ist absolut positiv." Das sieht auch Schmitt so. "Natürlich hatte ich mir nach dem ersten Sprung mehr erhofft. Doch auch so weiß ich, dass ich mich ganz vorne behaupten kann", sagte der 30-Jährige. "Man darf sich durch diesen einen Sprung jetzt nicht runterziehen lassen. Dadurch hat sich an meiner Form nichts geändert. Ich bin sicher, dass ich in Innsbruck wieder vorne dabei bin." Schuster traut seinem Vorzeigeathleten in Österreich weitere gute Platzierungen zu, mahnt ihn aber zur Geduld. "Er hatte zuletzt gute Grundlagensprünge, die für die Top 10 reichen." Doch um ganz vorne landen zu können, müsse sich erst noch das Grundvertrauen in die eigene Stärke weiter ausbilden, wie es etwa beim Schweizer Favoriten Simon Ammann der Fall sei. "Die Zeit für Platz drei war bislang noch nicht reif." Neben Schmitt erwartet der Nationalcoach im zweiten Teil der Tournee mit den Springen in Innsbruck (Sonntag) und Bischofshofen (Dienstag) besonders von Uhrmann noch einige positive Ergebnisse. Aber auch dem nach seinem 24. Rang in Garmisch schwer enttäuschten Neumayer traut er viel zu. Ziel sei es, neben Schmitt noch einen weiteren Springer unter den ersten Zehn zu platzieren. "Wir sollten es tunlichst vermeiden, jetzt alles schlecht zu reden."Bundestrainer Werner Schuster



HintergrundDas Neujahrsspringen der Vierschanzentournee hat der ARD einen Schnitt von 6,53 Millionen Zuschauern beim Wettkampf in Garmisch-Partenkirchen beschert. Bei der Entscheidung sahen bis zu 7,68 Millionen Fans zu. Das Auftaktspringen in Oberstdorf hatten beim ZDF rund 5,1 Millionen Zuschauer gesehen. dpa