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Ziel ist das Treppchen

Frankfurt. Die ersten deutschen Wintersport-Asse haben ihre Olympia-Tickets in der Tasche. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nominierte gestern 26 Athletinnen und Athleten für Sotschi. dpa

Angeführt vom Eiskunstlauf-Traumpaar Aljona Savchenko/Robin Szolkowy und Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat die deutsche Olympia-Mannschaft 51 Tage vor Eröffnung der Winterspiele in Sotschi erste Konturen erhalten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nominierte gestern 26 Athletinnen und Athleten in den Sportarten Curling, Eiskunstlauf, Rodeln und Shorttrack für die Olympischen Winterspiele vom 7. bis 23. Februar 2014. "Unser Team erhält jetzt ein Gesicht", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper.

Unter den ersten 26 Olympia-Startern befinden sich neun Frauen und 17 Männer. Nach der zweiten Nominierungsrunde am 23. Januar soll das deutsche Team auf rund 165 Sportler anwachsen. "Die deutsche Olympia-Mannschaft nimmt sich viel vor. Ich bin überzeugt, dass das Team unser Land gut repräsentieren wird", sagte der neue DOSB-Chef Alfons Hörmann nach seiner ersten Präsidiumssitzung. Wie 2010 in Vancouver strebt der DOSB einen Platz unter den besten drei Nationen an. "Das wird sicher nicht leicht, aber wir werden hart dafür kämpfen", versicherte Vesper, der in Sotschi Chef de Mission ist.

Vor vier Jahren hatte Gastgeber Kanada im Medaillenspiegel mit 26 Mal Edelmetall (14 Gold/7 Silber/5 Bronze) vor Deutschland (30/10/13/7) und den USA (37/9/15/13) gelegen. "Unser Ziel sind wieder mindestens 30 Medaillen plus eins. Wir wollen auf dem Treppchen landen", erklärte Vesper. Obwohl viele Nationen im Wintersport aufgerüstet haben, verbreitete Vesper Optimismus: "Es ist ein sehr ambitioniertes und ehrgeiziges Vorhaben. Aber unsere Verbände sind hervorragend aufgestellt."

Keinerlei Auswirkungen befürchtet Vesper durch die Olympia-Absage von Bundespräsident Joachim Gauck. "Wir hätten gerne hohe Repräsentanten zur Unterstützung unserer Athleten vor Ort. Aber wir respektieren diese Entscheidung", sagte der DOSB-Generaldirektor und fügte mit Blick auf die internationale Absage-Welle hinzu: "Ich glaube nicht, dass der Wert Olympischer Spiele davon abhängt, wie viele Politiker daran teilnehmen."

Auch Hörmann warnte davor, über die Winterspiele schon vor der Abschlussfeier zu richten. "Natürlich gibt es zahlreiche kritikwürdige Punkte, die man ansprechen muss. Aber man sollte erst ein Urteil abgeben, wenn die Dinge ganzheitlich bewertet werden können", sagte der seit zehn Tagen im Amt befindliche DOSB-Chef. Dieser hatte sich in der vergangenen Woche gleich zweimal mit seinem Vorgänger und jetzigen IOC-Präsidenten Thomas Bach zu diesem Thema ausgetauscht. "Ich hatte das Gefühl, dass das IOC dabei ist, die Dinge zu regeln, damit Olympia vernünftig abläuft", berichtete Hörmann.