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Zabel lobt seinen Musterschüler

Saint-Fargeau. Mark Cavendish bleibt bei der 96. Tour de France der Alptraum der Sprint-Rivalen. Mit seinem vierten Etappensieg düpierte der britische Überflieger einmal mehr die Konkurrenz und kürte sich schon nach der Tour-Hälfte zum alten und neuen Sprintkönig

Saint-Fargeau. Mark Cavendish bleibt bei der 96. Tour de France der Alptraum der Sprint-Rivalen. Mit seinem vierten Etappensieg düpierte der britische Überflieger einmal mehr die Konkurrenz und kürte sich schon nach der Tour-Hälfte zum alten und neuen Sprintkönig. Im Vorjahr hatte der Zögling von Columbia-Lehrmeister Erik Zabel für seine vier Tagessiege 13 Etappen gebraucht - diesmal waren es nur elf. Hinter Cavendish, der sich das Grüne Trikot vom diesmal fünftplatzierten Norweger Thor Hushovd zurückholte, erreichten am gestrigen Mittwoch nach dem 192 Kilometer langen Abschnitt der US-Radprofi Tyler Farrar und der Weißrusse Jauhen Gutarowitsch das Ziel in Saint-Fargeau. "Wenn er so weiter macht, hat er meine zwölf Tour-Etappensiege bald eingeholt", lobte Zabel seinen Musterschüler. Für die Etappe am Donnerstag nach Vittel hielt sich der Altmeister aber mit positiven Prognosen zurück: "Morgen werden wir so eine Vorbereitung für ihn wohl kaum leisten können. So oft hintereinandergeht das nicht." Milram-Sprinter Gerald Ciolek, der wieder zum Kreis der Geschlagenen gehörte und als bester Deutscher Siebter wurde, sagte fast schon resignierend: "Cavendish ist nicht zu knacken. Die Vorarbeit seines Teams war wieder perfekt." Unter den Top drei der Gesamtwertung blieb nach der zweitlängsten Etappe alles beim Alten: Von Astana-Gnaden darf der Italiener Rinaldo Nocentini weiter das Gelbe Trikot durch Frankreich tragen. Direkt dahinter lauern die Topfavoriten Alberto Contador (+6 Sekunden) und Lance Armstrong (+8), die spätestens am kommenden Sonntag in den Alpen die Verhältnisse zurechtrücken werden. Ihr interner Streit im Astana-Team soll dabei kein Hindernis sein. "Die größte Tragödie für uns und unser Team wäre es, wenn wir beide den Sieg so sehr wollen, dass ihn sich jemand anderes schnappt", meinte Armstrong. Diese Gefahr ist allerdings sehr überschaubar, da die Konkurrenz bisher nicht einmal ansatzweise dazu imstande war, die beiden zu irritieren. dpa