| 22:13 Uhr

Wolfsburg unterliegt im Nervenkrimi

Reggio Emilia. Vom Elfmeterpunkt hatte der VfL Wolfsburg kein Glück. Im Königsklassen-Endspiel unterlag der DFB-Pokalsieger den spielerisch und technisch überlegenen Fußballerinnen von Olympique Lyon denkbar knapp. sid

In einer Nervenschlacht vom Elfmeterpunkt ist der Traum der Fußballerinnen des VfL Wolfsburg von der Rückkehr auf Europas Thron geplatzt. Im Champions-League-Finale in Reggio Emilia musste sich der deutsche Vizemeister Top-Favorit Olympique Lyon nur um ein Haar beugen und unterlag trotz beeindruckenden Comebacks vor 15 117 Zuschauern im Stadio Citta del Tricolore 3:4 im Elfmeterschießen. Nach 90 und 120 Minuten hatte es 1:1 (0:1) gestanden.

Zuvor hatte Alexandra Popp dem DFB-Pokalsieger Wolfsburg kurz vor Ende der regulären Spielzeit die Verlängerung erst ermöglicht (88. Minute). Die Norwegerin Ada Hegerberg ermöglichte nach Vorarbeit der deutschen Nationalspielerin Pauline Bremer Lyon die frühe Führung.

Weil ausgerechnet die von Lyon nach Wolfsburg gewechselte Elise Bussaglia den fünften und letzten VfL-Elfmeter verschoss, machte Saki Kumagai gegen Nationaltorhüterin Almuth Schult alles perfekt. Auch Nilla Fischer war vom Punkt gescheitert. "Elfmeterschießen kann immer 50:50 ausgehen. Die Mannschaft hat sich toll zurückgekämpft", sagte die unter einem Syndesmoseriss leidende Julia Simict: "Jetzt sind alle sehr geknickt. Der nächste Morgen ist noch viel schlimmer." Lyons Kapitänin Wendie Renard sagte: "Das 1:1 uns schon sehr getroffen. Es war ein Wechselbad der Gefühle. Wir haben ja auch im Elfmeterschießen zurückgelegen." In der Neuauflage des Endspiels von 2013 in London, das Wolfsburg 1:0 gewonnen hatte, spielte der französische Meister der letzten zehn Jahre über die gesamte Spielzeit gesehen seine bessere Technik und sein höheres Tempo aus. Dem VfL fehlte es an Dynamik und Selbstvertrauen.