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Basketball
Schröder drückt aus der Ferne die Daumen

Nationalspieler Dennis Schröder (rechts, hier im Spiel gegen Phoenix) ist mit den Oklahoma City Thunder in der NBA im Dauereinsatz.
Nationalspieler Dennis Schröder (rechts, hier im Spiel gegen Phoenix) ist mit den Oklahoma City Thunder in der NBA im Dauereinsatz. FOTO: dpa / Sue Ogrocki
Patras. Die deutschen Basketballer bestreiten ihr Topspiel in der WM-Qualifikation – ohne ihre besten Akteure. sid

Dennis Schröder ist fast 10 000 Kilometer weit weg. Der NBA-Star bereitet sich auf seine nächsten Auftritte für Oklahoma City Thunder vor, seine Gedanken kreisen aber auch um die Basketball-Nationalmannschaft. Gerade jetzt, vor dem ersten Duell in Griechenland um den Gruppensieg in der WM-Qualifikation. „Ich glaube an die Jungs und ihr Talent“, sagt Schröder mit Blick auf die wegweisende Partie am morgigen Freitag (18 Uhr/Telekom Sport) in Patras: „Es ist sehr wichtig, die Qualifikation mit dem bestmöglichen Ergebnis abzuschließen.“ Denn das würde wohl zu einer besseren Auslosung für das Großevent 2019 in China führen, für das sich das deutsche Team bereits qualifiziert hat.

Im Reich der Mitte will Schröder im kommenden Jahr etwas reißen. In der Quali hofft der 25 Jahre alte Aufbauspieler trotz Abwesenheit der NBA-Legionäre und der Euroleague-Profis auf das Maximum, den Gruppensieg ohne Niederlage. Für Bundestrainer Henrik Rödl, dessen Mannschaft am Montag in Ludwigsburg (20 Uhr) auch noch auf Außenseiter Estland trifft, wird dies allerdings zur Höchstschwierigkeit.

Vor dem ersten Kräftemessen der beiden bislang herausragenden Teams der Staffel L muss Rödl kräftig umbauen. Zuletzt standen ihm mit Schröder und Maximilian Kleber (Dallas Mavericks) immerhin zwei Nordamerika-Profis zur Verfügung. Jetzt fehlen neben den NBA-Profis Schröder, Kleber, Daniel Theis, Moritz Wagner, Isiah Hartenstein und Isaac Bonga sogar die in der Euroleague geforderten Akteure von Bayern München, die ebenfalls keine Freistellung für die Länderspiele bekommen.



Für Rödl ist das personelle Hin und Her durch den wenig abgestimmten internationalen Terminkalender kein Neuland. Es zieht sich durch die gesamte Qualifikation. Aber Rödl hat immer wieder Lösungen gefunden. Für die anstehenden Aufgaben berief er nun die vier Neulinge Philipp Herkenhoff (19), Kostja Mushidi (20), Tim Schneider (21) und Sid-Marlon Theis (25), die von Routiniers wie Kapitän Robin Benzing (29) geführt werden.

„Das ist ja die Idee des Gesamtplans, dass die Nationalspieler möglichst früh damit in Berührung kommen“, sagt Rödl, der mit seinem Team am Mittwoch von Karlsruhe nach Patras flog. Auf lange Sicht kann sich die Erfahrung für die Youngster als enorm wertvoll erweisen. Das sieht auch Schröder so, der aus der Ferne die Daumen drückt: „Ich unterstütze sie bis zum Ende der Qualifikation, auch wenn ich nicht in der Lage bin zu spielen.“