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„Wir wollen den Erfolg“

Tallinn. Vorhang auf für Aljona Savchenko, 18 Monate des Wartens sind vorbei: Für die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin beginnt am Mittwoch mit ihrem neuen Partner Bruno Massot ein neuer Karriereabschnitt. sid

18 quälend lange Monate hat Aljona Savchenko ungeduldig mit den Kufen gescharrt, da ist das Wettkampf-Debüt an der Seite ihres neuen Partners Bruno Massot wie eine Erlösung. "Wir können endlich unser Zeug bringen", sagt die fünfmalige Paarlauf-Weltmeisterin forsch wie eh und je.

Der Einstieg in den letzten Karriereabschnitt der zweimaligen Olympiadritten spielt sich allerdings noch auf der kleinen Eisbühne ab. Bei zur zweitklassigen Challenger-Serie gehörenden Tallinn-Trophy in Estland kämpft das neue Duo heute und morgen um Qualifikationspunkte für die Welt- und Europameisterschaften dieses Winters und erste Zähler für die Weltrangliste.

Das monatelange Tauziehen um die Freigabe des Franzosen Massot für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat das Paar nur noch mehr zusammengeschweißt. Der 26-jährige Massot muss trotzdem noch den Weg aus dem Schatten seines Vorgängers Robin Szolkowy finden, der seine Karriere im vergangenen Jahr beendete. "Ich versuche, einen guten Job zu machen", sagt Massot eher defensiv, während die gebürtige Ukrainerin schon beim heutigen Auftakt im Kurzprogramm auf Angriff setzt: "Wir wollen den Erfolg."

Da trifft es sich zur Einordnung ganz gut, dass auch die nationale Konkurrenz in Tallinn gemeldet hat. Mit Szolkowy war Savchenko ihren Rivalen stets klar überlegen, nun geht es im direkten Vergleich gegen das in dieser Saison schon siegreiche neue Paar Mari Vartmann und Ruben Blommaert sowie die deutschen Vizemeister Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert.

Nach der langen Zwangspause stehen bei Savchenko und Massot bis Weihnachten gemeinsame Wettkämpfe einschließlich der deutschen Meisterschaften am 12. und 13. Dezember in Essen im Vordergrund, danach wollen die Wahl-Oberstdorfer bei Schaulaufen auch Geld verdienen. Immerhin stehen sie in der Pflicht, sich an der "Ablösesumme" für Massot an den französischen Verband (30 000 Euro) angemessen zu beteiligen. "Der sportliche Erfolg unseres neuen Paares ist schon ein Gradmesser für ihre Förderung. Insofern ist Druck da", sagt DEU-Vizepräsident Uwe Harnos.

Wenn die deutschen Behörden mitspielen, können Savchenko und Massot auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang richtig gutes Geld verdienen. Bis dahin muss Massot allerdings einen deutschen Pass haben. Der Antrag auf Einbürgerung ist bereits gestellt.