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„Wir sind hier nicht beim Ringen“

Saint-Étienne. André Greipel tobte durch den Zielbereich, John Degenkolb ärgerte sich maßlos: Die beiden deutschen Top-Sprinter sind auf der zwölften Tour-Etappe durch törichte Fahrfehler der Konkurrenz um die Chance auf einen Tagessieg gebracht worden. Greipel ging nach einer zweifelhaften Aktion des Franzosen Sylvain Chavanel drei Kilometer vor dem Ziel des 185,5 Kilometer langen Teilstücks in Saint-Étienne zu Boden, Degenkolb wurde auf den letzten Metern durch den Italiener Matteo Trentin ausgebremst. sid

"Wir sind hier nicht beim Ringen oder Boxen", schimpfte ein völlig aufgebrachter Greipel. Chavanel hatte sich mit unfairen Mitteln im hektischen Finale Platz verschaffen wollen. Der 35-Jährige nahm die Hand vom Lenker, schubste dann einen Fahrer des Cannondale-Teams beiseite, ging dabei zu Boden und nahm den Rostocker mit auf den Asphalt.

Auch der Etappen-13. Degenkolb stieg mit versteinerter Miene aus dem Teambus. "Ich musste ziemlich um meine Postion kämpfen. Als ich in Position war, wurde ich beraubt", sagte der Thüringer. Auf den letzten Metern war Degenkolb dabei, links an Trentin vorbeizuziehen, als dieser plötzlich ausscherte und Degenkolb den Weg versperrte. "Ich habe eine ziemliche Welle bekommen", sagte Degenkolb. Der Norweger Alexander Kristoff gewann die Etappe vor dem Slowaken Peter Sagan und dem Franzosen Arnaud Demare.

Auf der ersten Alpenetappe heute müssen die Podestkandidaten um den Führenden Vincenzo Nibali (Italien) ihre Karten offenlegen. Von Saint-Étienne führt die Strecke nach Chamrousse. Der Schlussanstieg ist 18,2 Kilometer lang und im Schnitt 7,3 Prozent steil.