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"Wir dürfen jetzt nicht umkippen"Eiswasser und Schlaf für den FC BayernSlomka: "Keine Alternative zu drei Punkten" Eintracht Frankfurt setzt sich mit 2:1 in Bochum durch

 Vor dieser Saison wechselte Stürmer Eren Derdiyok vom FC Basel zu Bayer Leverkusen - und schlug ein. Er hat in 26 Erstliga-Einsätzen zwölf Mal getroffen. Foto: dpa
Vor dieser Saison wechselte Stürmer Eren Derdiyok vom FC Basel zu Bayer Leverkusen - und schlug ein. Er hat in 26 Erstliga-Einsätzen zwölf Mal getroffen. Foto: dpa
Herr Derdiyok, gegen Schalke fällt Ihr Sturmpartner Stefan Kießling wegen eines Muskelfaserrisses aus. Schmerzt Sie das?Eren Derdiyok: Für Stefan Kießling ist das bitter, aber für Patrick Helmes könnte es die große Möglichkeit sein. Er ist da, er fühlt sich gut, das ist die Chance für ihn, auch was die Nationalmannschaft und die Weltmeisterschaft angeht

Herr Derdiyok, gegen Schalke fällt Ihr Sturmpartner Stefan Kießling wegen eines Muskelfaserrisses aus. Schmerzt Sie das?Eren Derdiyok: Für Stefan Kießling ist das bitter, aber für Patrick Helmes könnte es die große Möglichkeit sein. Er ist da, er fühlt sich gut, das ist die Chance für ihn, auch was die Nationalmannschaft und die Weltmeisterschaft angeht. Patrick Helmes wegen eines Kreuzbandrisses lange verletzt, musste, als er wieder gesund war, stets als Einwechselspieler mit den Hufen scharren. Wie haben Sie ihn in dieser Zeit erlebt?Derdiyok: Patrick war immer korrekt und hat stets hinter der Mannschaft gestanden. Er hat die Entscheidung des Trainers akzeptiert. Dass er in den Medien gelegentlich erwähnte, fit zu sein und auf einen Einsatz zu warten, ist legitim. Jetzt ist seine Chance da, im Verfolgerduell gegen Schalke.Derdiyok: Für ihn vielleicht ein optimales Spiel, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber für uns alle ist das Spiel sehr wichtig, um am Ende international dabei zu sein. Wir sind auf einem guten Weg, dürfen jetzt aber nicht umkippen. Nun kommen die Spiele, die richtig Spaß machen können.Wie schätzen Sie bei diesem Spaß denn den FC Schalke ein?Derdiyok: Die Mannschaft ist mehr kämpferisch ausgerichtet, wir eher spielerisch. Aber es ist klar: Es gibt nicht mehr so viele Spiele, deshalb müssen wir jedes einzelne wie ein Finale spielen. Dann sollte es gut für uns enden.Wie gut? Letztlich doch noch mit der Meisterschaft?Derdiyok: Erste Priorität ist, international dabei zu sein. Aber in unserer Situation ist die Champions League natürlich ein Ziel. Und wenn es sogar für ganz oben reicht - warum nicht? Im Hinterkopf ist das natürlich dabei. Aber zunächst einmal müssen wir Abstand nach unten halten, alles andere ist dann das i-Tüpfelchen. Im Herbst 2008 war bereits klar, dass Sie im Sommer 2009 nach Leverkusen kommen würden. Haben Sie Bayers Rückrunden-Absturz unter Bruno Labbadia aus der Ferne beobachtet?Derdiyok: Ich habe es verfolgt, und es hat mich schon gewundert. Aber da war der Umzug in das Stadion nach Düsseldorf, dazu war das Verhältnis zwischen Trainer und Spielern wohl nicht optimal. Jedenfalls nicht so wie jetzt mit Jupp Heynckes. So jemanden in der Bundesliga zu haben - aus meiner Sicht ist das das Beste, was einem passieren kann. Aber ich kenne in der Bundesliga ja auch noch keine anderen Trainer. Jupp Heynckes sagt von sich, er sei in den letzten Jahren entspannter, offener geworden.Derdiyok: Das kann ich natürlich nicht beurteilen. Jetzt hat er jedenfalls eine tolle Art, mit den Spielern umzugehen. Von ihm geht ein super Gleichgewicht aus. Etwas aus dem Tritt gekommen ist seine Mannschaft in den letzten Wochen trotzdem. Und der Begriff "Vizekusen" lebt wieder auf. Sind Sie das auch als Bayer-Neuling schon Leid?Derdiyok: Was soll ich dazu sagen? Wir haben ja keinen wirlichen Tiefschlag erlitten, sondern gerade ein paar Schwankungen, die andere Clubs schon vorher hatten. Mit dem Schalke-Spiel wollen wir jetzt wieder einen Schritt nach oben machen. München. Schwere Beine, müde Köpfe - aber keine Zeit zum Verschnaufen: 64 Stunden nach dem erfolgreichen Kraftakt im DFB-Pokalhalbfinale gegen Schalke 04 sollen die Profis von Bayern München um Turbo-Dribbler Arjen Robben auf ihrer rasanten Jagd nach drei Titeln in der Fußball-Bundesliga gegen den VfB Stuttgart erneut Vollgas geben. Trainer Louis van Gaal fordert von seiner Mannschaft, drei Tage vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester United alle Konzentration auf den Süd-Schlager zu legen: "Wir müssen die Gedanken fokussieren auf Stuttgart." Nach den 120 Pokal-Minuten beim 1:0 "auf Schalke" seien seine Spieler "sehr müde" gewesen, berichtete van Gaal. Mit Bädern in Eiswasser, rascher Nahrungsaufnahme und Schlaf soll die Mannschaft an diesem Samstag, 15.30 Uhr, wieder bei Kräften sein. "Physisch erwarte ich nicht so große Probleme", sagte van Gaal: "Das Problem ist der Geist." Stöhnen über das Mammutprogramm mit Top-Spielen im Drei-Tages-Rhythmus ist nicht erlaubt. "Wir müssen froh sein, dass wir immer noch in drei Wettbewerben sind. Und wir wollen alle drei Wettbewerbe gerne gewinnen", sagte van Gaal. Mit einem Sieg gegen Stuttgart könnten die Münchner ihre Tabellenführung festigen, zumal die Verfolger Schalke und Bayer Leverkusen aufeinander treffen. Schonen für Manchester kann van Gaal wohl keinen seiner Stars, denn er schätzt die Stuttgarter, die sich noch für die Europa League qualifizieren wollen, als gefährlichen Gegner ein: "Stuttgart hat eine Mannschaft mit vielen spielstarken Spielern." Eine der Schlüsselfragen für VfB-Trainer Christian Gross dürfte lauten: Wie kann man Robben stoppen? Dass die Gegner den schnellen Holländer noch härter attackieren könnten, fürchtet van Gaal nicht so sehr: "Die Verteidiger haben doch schon alles ausprobiert gegen Robben in der Bundesliga." dpaHannover. Hopp oder Topp: Für Fußball-Bundesligist Hannover 96 zählt im Kampf gegen den Abstieg an diesem Samstag, 15.30 Uhr, gegen den 1. FC Köln nur ein Sieg. "Wir müssen Köln in den Strudel mit hineinreißen. Das ist unser großes Ziel", versicherte Hannovers Trainer Mirko Slomka. "Es gibt keine Alternative zu drei Punkten." Der Tabellen-16. Hannover rückt im Falle eines Sieges bis auf zwei Punkte an die Rheinländer heran, die mit 28 Punkten auf dem 13. Platz stehen. Nach den Ausfällen der Offensivkräfte Arouna Koné und Elson (beide Knieprobleme) dürfte bei Hannover 96 der zuletzt ausgemusterte Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff in die Anfangself zurückkehren. Auf unbestimmte Zeit fehlen wird der Ivorer Constant Djakpa. Der Abwehrspieler riss sich am Mittwoch den Außenmeniskus im rechten Knie.Der 1. FC Köln muss auf Kevin Pezzoni verzichten. Der defensive Mittelfeldspieler hat sich im Training einen Innenbandabriss im Knie zugezogen. Pezzoni ist nach Christopher Schorch und Adil Chihi der dritte Langzeitverletzte. "Das sind herbe Verluste", klagte FC-Trainer Zvonimir Soldo. Dennoch glaubt er an einen psychologischen Vorteil: "Hannover 96 steht mehr unter Druck als wir." dpaBochum. Der VfL Bochum kommt nicht aus dem Tabellenkeller heraus. Die Westdeutschen verloren am Freitagabend zum Auftakt des 28. Spieltages mit 1:2 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt. Vor 20 000 Zuschauern brachte Lewis Holtby den VfL zwar in der 10. Minute in Führung. Doch Marco Russ (29.) und Caio (64.) drehten mit ihren Toren die Partie zum verdienten Sieg für die Eintracht. dpa



 Bayerns Trainer Louis van Gaal (rechts) umarmt Arjen Robben zur Zeit sehr oft. Foto: dpa
Bayerns Trainer Louis van Gaal (rechts) umarmt Arjen Robben zur Zeit sehr oft. Foto: dpa