| 23:13 Uhr

Fußball-Bundesliga
Werder jubelt, Köln liegt am Boden

Der Kölner Top-Stürmer Simon Terodde (li.) wurde von der Bremer Verteidigung um Niklas Moisander völlig aus dem Spiel genommen.
Der Kölner Top-Stürmer Simon Terodde (li.) wurde von der Bremer Verteidigung um Niklas Moisander völlig aus dem Spiel genommen. FOTO: Axel Heimken / dpa
Bremen. Bremen kämpft sich mit einem 3:1-Erfolg weiter aus dem Tabellenkeller.

(sid) Befreiungsschlag für Werder Bremen, Rückschlag für den 1. FC Köln: Zum Abschluss des 26. Bundesliga-Spieltages besiegten die Hanseaten den Tabellenletzten mit 3:1 (1:0) und verbesserten sich vom 14. auf den 13. Tabellenplatz. Die Gäste verpassten dagegen die Chance, am Tabellenvorletzten Hamburger SV vorbeizuziehen. Bei acht Punkten Rückstand auf den rettenden Rang 15 rückt der Abstieg immer näher.

Für den Bremer Führungstreffer sorgte Milos Veljkovic in der 33. Minute. Der Innenverteidiger kam nach einem Eckball von Zlatko Junuzovic freistehend zum Schuss und ließ FC-Torhüter Timo Horn aus zehn Metern Entfernung keine Abwehrmöglichkeit. Den Kölner Ausgleich erzielte Yuya Osako (53.), fünf Minuten später stellte Milot Rashica auf 2:1 für Werder. In der 90. Minute sorgte Maximilian Eggestein für den Endstand.

„Das hat mich ein Jahr gekostet“, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt, „wir sind zunächst nicht so in die Tiefe gekommen. Wir haben aber nie die Ruhe verloren und dann unsere Chancen bekommen. Wir müssen nur unsere Konter besser ausspielen, dann ist der Sack früher zu.“



Kölns Torwart Timo Horn beklagte „zu viele individuelle Fehler“ und bemängelte den mangelnden Einsatz zu Beginn: „Wir waren in der ersten Halbzeit viel zu passiv, das kann nicht sein. Und nach unserem Ausgleich kommt das altbekannte Lied: wir kriegen hinten wieder einen rein.“

Der hart erkämpfte Bremer Erfolg war nicht unverdient. Beiden Mannschaften merkte man die enorme nervliche Belastung an, insbesondere in der ersten halben Stunde lief hüben wie drüben nicht viel zusammen. Es dauerte somit fast folgerichtig bis zur 29. Minute, als Max Kruse die erste Werder-Chance vergab. 60 Sekunden vor dem Pausenpfiff verpasste Rashica aus kurzer Distanz das 2:0.

FC-Coach Stefan Ruthenbeck reagierte in der Halbzeitpause und ersetzte den völlig wirkungslosen Simon Terodde durch Leonardo Bittencourt. Und man merkte den Gästen an, dass sie noch an eine Wende glaubten. Sie wagten sich deutlich häufiger in den Bremer Strafraum und konnten die Begegnung lange ausgeglichen gestalten. Daran hatte auch Claudio Pizarro seinen Anteil. Der ehemalige Bremer Publikumsliebling war ein ständiger Unruheherd im Strafraum der Grün-Weißen, mit seinen 39 Jahren fehlte dem Peruaner allerdings in den entscheidenden Momenten die Antrittsschnelligkeit. In der 76. Minute köpfte der Südamerikaner knapp am Torpfosten vorbei.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Montagsspielen der Rückserie hielten sich die Proteste der Fans gegen die ungeliebten Ansetzungen zu Wochenbeginn in Grenzen. Aus beiden Lagern hatten mehrere Ultra-Gruppen auf einen Besuch der Arena verzichtet, dennoch war das Weserstadion zumindest offiziell mit 41 100 Zuschauern ausverkauft.