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Werder-Fans räumen in der Kurve auf

Bremen. Unter die Bremer Fußball-Anhänger beim Auswärtsspiel in Bochum hatten sich einige Rechtsradikale der Gruppierung "Nordsturm Hansestadt Bremen" gemischt. Als diese Gruppe ein Plakat und eine Reichskriegsflagge ausrollen wollte, solidarisierten sich VfL- und Werder-Fans und zeigten Zivilcourage. Sie riefen "Nazis raus" und alarmierten die Polizei

Bremen. Unter die Bremer Fußball-Anhänger beim Auswärtsspiel in Bochum hatten sich einige Rechtsradikale der Gruppierung "Nordsturm Hansestadt Bremen" gemischt. Als diese Gruppe ein Plakat und eine Reichskriegsflagge ausrollen wollte, solidarisierten sich VfL- und Werder-Fans und zeigten Zivilcourage. Sie riefen "Nazis raus" und alarmierten die Polizei. Es kam zu Tumulten und Schlägereien. Die Einsatzkräfte führten die Störenfriede ab. Abends wurde sie auf freien Fuß gesetzt. "Eine gute Aktion unserer Fans", sagte Sportdirektor Klaus Allofs, "das ist nicht das Gedankengut von Werder Bremen". Der Ex-Nationalspieler glaubt, dass sich die Gruppierung in den Werder-Block "eingeschleust" hat. Mehrfach aufgefallenDie Gruppe ist schon mehrfach unangenehm aufgefallen. Unter anderem sollen "Nordsturm"-Anhänger auch unter den Hooligans gewesen sein, die im Januar 2007 eine Veranstaltung eines links gerichteten Ultra-Fanclubs im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions überfallen hat. Damals wurden mehrere Personen zum Teil schwer verletzt. Werder Bremen betreibt bereits seit Jahren ein "Antidiskriminierungsprogramm", das dem Club 2008 auch den Julius-Hirsch-Preis einbrachte. Der Preis, in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten jüdischen Nationalspieler, wird seit 2005 vom DFB verliehen. Er zeichnet den Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit aus. dpa