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Wechselt er oder wechselt er nicht?

Mainz. Den Rückrundenauftakt wollen die Fußballer von Mainz 05 nicht wie den Saisonstart in den Sand setzten. Das 0:1 gegen Aufsteiger Ingolstadt klebt noch wie ein Makel an den Rheinhessen. Wäre da nicht das Chaos um Yunus Malli. Agentur

Der Rückrundenauftakt in Ingolstadt rückt beim FSV Mainz 05 derzeit fast in den Hintergrund. Yunus Malli und die Gerüchte um seinen Wechsel noch in diesem Winter zu Borussia Dortmund die Schlagzeilen. Am Donnerstag positionierte sich Manager Christian Heidel in dieser Frage: "Er hat keine Freigabe vom Verein, er wird spielen", sagte der 52-Jährige und betonte: "Wir entscheiden, nicht der Spieler, nicht Dortmund." Der türkische Nationalspieler steht bei den 05er noch bis Juni 2018 unter Vertrag.

Ein schneller Wechsel noch in der laufenden Transferperiode könnte nur möglich werden, wenn die Mainzer einen adäquaten Ersatz finden würden. "Den können wir gar nicht finden, einen Leistungsträger können wir nicht ersetzen. Wenn wir einen finden, muss der gleich fit für den Wettbewerb sein", meinte Heidel. Intern rauchen deshalb längst die Köpfe. Zu entscheiden ist, ob das Geld aus Dortmund stimmt - kolportiert wird eine Ablösesumme von 13 Millionen Euro - und ob der Zeitpunkt richtig ist. Malli ist immerhin mit acht Treffern bester Mainzer Torschütze der Vorrunde.

Trainer Martin Schmidt ist sichtlich genervt vom Wechseltheater. "Ich sage nichts dazu", sagte der Schweizer. Er will nur den Sportler Malli bewerten. "Er trainiert sehr gut, macht ganz normal seine Arbeit." Der türkische Nationalspieler zählt zu den Kandidaten für die Startelf in Ingolstadt (Samstag, 15.30 Uhr).

Fußballerische Feinheiten werden beim Neuling nicht unbedingt erwartet. "Das wird ein Kampfspiel mit vielen hohen und langen Bällen in den Strafraum. Wir müssen aggressiv in die Zweikämpfe kommen", meinte Schmidt, der Ingolstadt nach der Verpflichtung von Dario Lezcano aus Paraguay, der für 2,5 Millionen Euro vom FC Luzern eingekauft wurde, in der Offensive besser aufgestellt sieht.

Ganze acht Punkte sammelten die Bayern in der Vorrunde auf eigenem Platz. Die Mainzer wollen das 0:1 zum Saisonstart gegen den Aufsteiger nicht groß thematisieren. "Für uns war das ein Wachmacher, die nächsten beiden Spiele haben wir gewonnen", erklärte der 05-Coach. In den vergangenen drei Wochen sei hart trainiert worden. "Wir sind praktisch im Wettkampfmodus mit den Testspielen geblieben." Ziel sei es, die 24 Punkte und die Leistungen der Vorrunde zu bestätigen. Ein Sieg in Ingolstadt sei dafür die richtige Initialzündung.

Manager Heidel arbeitet mit Schmidt an den Planungen für die Zeit nach dem 30. Juni. Ob seine Zukunft weiter in Mainz oder doch alsbald beim FC Schalke 04 liegt, beantwortet der Mainzer Macher weiterhin nicht. "Was im Kopf ist, bleibt im Kopf", meinte Heidel. Am 12. Februar kommt Schalke 04 in die Mainzer Arena. Vielleicht ein guter Zeitpunkt für Klarheit.