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Beachvolleyball
Die „Golden Girls“ sind Geschichte

 2016 in Rio de Janeiro gewannen Laura Ludwig (li.) und Kira Walkenhorst Olympia-Gold im Beachvolleyball.
2016 in Rio de Janeiro gewannen Laura Ludwig (li.) und Kira Walkenhorst Olympia-Gold im Beachvolleyball. FOTO: dpa / Orlando Barria
Hamburg. Beachvolleyballerin Kira Walkenhorst muss ihre Erfolgs-Karriere beenden. Die Nachfolgerin steht schon fest. sid

Der Abschied tut Kira Walkenhorst mächtig weh. „Ich würde nichts lieber tun als mit Laura und meinem großartigen Team dort weiterzumachen, wo wir 2017 aufgehört haben“, sagte die Beachvolleyball-Olympiasiegerin. Es ist aber Schluss, die Ära mit Laura Ludwig Geschichte. Walkenhorst muss die Bühne unfreiwillig verlassen.

„Vielleicht habe ich die Warnsignale meines Körpers in den letzten Jahren zu sehr in den Hintergrund gedrängt, jedenfalls erlaubt mir mein Körper keinen Leistungssport mehr“, sagte die 28-Jährige und begründete die Entscheidung für ihr Karriereende. „Alles andere, als Laura nahezulegen, sich eine andere Partnerin zu suchen, mit der sie ihre Ziele erreichen kann, erschien mir unfair“, sagte Walkenhorst.

Ihre Nachfolgerin heißt Margareta Kozuch, das bestätigte das Management des Teams am Montag. Die 336-malige Hallen-Nationalspielerin wechselte 2016 in den Sand, von 2017 an bildete sie ein Team mit Karla Borger. Kozuch (1,88 Meter) ist ebenfalls Blockspielerin und damit die logische Wahl. „Maggie bringt alles mit, was man braucht. Sie ist unheimlich athletisch, hat eine wahnsinnige Ballkontrolle und ist ein echter Fighter. Sie ist bereit, viel zu investieren und will Vollgas geben. Wir freuen uns alle jetzt schon riesig auf unser Projekt“, sagte Ludwig.



Vier Jahre dauerte der gemeinsame Höhenflug von Ludwig und Walkenhorst. Doch anhaltende Probleme an den Rippen, der Hüfte und der Schulter zwangen Walkenhorst zum Rücktritt. Eigentlich hatte Deutschlands erfolgreichstes Beach-Duo nach einer längeren Pause ein Comeback im Februar geplant, nun muss sich Ludwig auf ihre neue Partnerin einstellen.

„Es ist auch für mich schwierig, den Gedanken zu akzeptieren, dass es nie wieder das Duo Ludwig und Walkenhorst im Beachvolleyball geben wird. Aber ich habe Verständnis für Kira – wir haben die Situation ja gemeinsam im ganzen Team besprochen“, sagte Ludwig, die nach einer Babypause noch viel vor hat.

Nach dem Triumph bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2017 in Wien will die 32-Jährige zunächst ihren WM-Titel in Hamburg verteidigen und dann bei den Sommerspielen in Tokio erneut nach Gold greifen. Die Fußstapfen, in die Kozuch tritt, sind riesig. Walkenhorst galt als eine der besten Blockspielerinnen der Welt. Neben Olympia- sowie WM-Gold holte sie mit Ludwig noch zwei EM-Siege und gewann zweimal das World-Tour-Finale. Die „Golden Girls“ meisterten zudem in ihrer Karriere viele Rückschläge. Walkenhorst erholte sich vom Pfeifferschen Drüsenfieber, einem Meniskusschaden sowie einem Kreuzbandriss, Ludwig überstand eine Schulter-OP erfolgreich. Immer kamen die beiden stärker zurück, doch nun wurden die Strapazen für Walkenhorst zu groß.

Das neu formierte Duo hat nicht viel Zeit, sich zu finden. Die Konkurrenz startete bereits im September in die Olympia-Quali, die zwölf besten Turnierergebnisse gehen in die Wertung ein. Im April will das Duo das erste gemeinsame World-Tour-Turnier bestreiten. Kozuch ist anders als die introvertierte Walkenhorst ein offener Typ, ein PR-Profi, der die Social-Media-Kanäle gekonnt bedient. Schon oft zierte das Konterfei der fünfmaligen Volleyballerin des Jahres verschiedene Werbekampagnen, nach Angelina Grün ist sie Deutschlands bekannteste Volleyballerin.