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"Von Tabellenplätzen will ich nicht reden"

Herr Rödl, wie kam der Kontakt zum TBB Trier eigentlich zustande?Henrik Rödl: Der erste Kontakt lief über James Marsh, der mich vor ein paar Wochen anrief. Das Trainerprofil, das in Trier gesucht war, passte auf mich, auf der anderen Seite fand ich die Aufgabe sehr interessant. Auf dieser Ebene ging es dann weiter

Herr Rödl, wie kam der Kontakt zum TBB Trier eigentlich zustande?Henrik Rödl: Der erste Kontakt lief über James Marsh, der mich vor ein paar Wochen anrief. Das Trainerprofil, das in Trier gesucht war, passte auf mich, auf der anderen Seite fand ich die Aufgabe sehr interessant. Auf dieser Ebene ging es dann weiter. Was hat Sie letztlich dazu bewogen, gleich für drei Jahre in Trier zu unterschreiben?Rödl: Das Gesamtkonzept. Es soll unter anderem darum gehen, deutsche Nachwuchsspieler in die Bundesliga-Mannschaft einzubinden. Außerdem habe ich auch aus familiären Gründen eine langfristige Bindung zu einem Verein angestrebt, der etwas entwickeln will. Ich will nicht hin- und herspringen. Und die Leute hier haben mich sehr nett aufgenommen, da war es dann irgendwann klar. Mit Maik Zirbes steht ein junger Center in Trier unter Vertrag, der bereits zum Kader der A-Nationalmannschaft zählt. Ist das so ein Spieler, den Sie weiter entwickeln wollen?Rödl: Ich habe mich bereits mit ihm unterhalten. Er soll mehr Verantwortung und Spielzeit erhalten. Maik kann sich gut entwickeln, aber er muss noch viel arbeiten. Aber wir wollen ihm natürlich helfen, weiterzukommen.In der abgelaufenen Saison spielte Zirbes per Doppellizenz in der Pro A bei den Saar-Pfalz Braves. Mehr Verantwortung in Trier klingt so, als seien diese Zeiten nun vorbei.Rödl: Wenn er seine Leistungen bestätigt, wird es schon sehr schwer, dass er per Doppellizenz noch woanders spielt. Ich sehe ihn eher in Liga eins. Sie wollen langfristig in Trier arbeiten und etwas aufbauen. Setzen Sie da überhaupt Ziele wie einen bestimmten Tabellenplatz?Rödl: Nein, von Tabellenplätzen will ich überhaupt nicht reden. Die Entwicklung, die wir hier anstreben, wird ja auch nicht am ersten Tag sichtbar werden. Wichtig ist, dass der Verein sich in die richtige Richtung entwickelt. Die Begeisterung für das Programm ist da. Aber das Programm muss ja auch durch schlechte Zeiten getragen werden, ohne dass man daran zweifelt. Daher macht es keinen Sinn, spezielle Vorgaben zu machen. Sie waren lange Jahre bei Alba Berlin, einem europäischen Topclub. TBB Trier ist dagegen eher etwas familiärer. Sehen Sie darin ein Problem?Rödl: Nein, ganz im Gegenteil. Ich war jetzt 17 Jahre in Berlin, die letzten drei davon war ich im Jugendbereich tätig. Das ist ja schon etwas anderes als auf europäischer Ebene. Aber in Trier passt das ganze Konzept. Ich habe da keine Besorgnis. Die Basketball-Bundesliga stand in den vergangenen Jahren immer in dem Ruf, zu viele Ausländer zu beschäftigen und dadurch die Entwicklung der deutschen Spieler zu hemmen. Das hat Bundestrainer Dirk Bauermann des Öfteren lautstark kritisiert. Wie sehen Sie das?Rödl: Ich denke, die Liga sendet die richtigen Signale, indem sie die Ausländerzahl weiter beschränkt. Aber die guten Amerikaner beispielsweise bleiben natürlich in der Verantwortung und werden die Liga weiterhin prägen. Doch dazu soll der ein oder andere Deutsche in verantwortungsvoller Position kommen. Aber man muss ja auch für die Amerikaner eine Basis finden.