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Vom Spielfeld an den Schreibtisch gewechselt

Steffen Korell aus Bottenbach absolvierte für den FC Homburg in der Zweiten Bundesliga in fünf Jahren 130 Spiele. Dabei erzielte der Abwehrspieler sieben Tore. Foto: pma/Hartung
Steffen Korell aus Bottenbach absolvierte für den FC Homburg in der Zweiten Bundesliga in fünf Jahren 130 Spiele. Dabei erzielte der Abwehrspieler sieben Tore. Foto: pma/Hartung
Bottenbach/Homburg/Mönchengladbach. Die Aufgabe als Abwehrspieler ist nicht einfach, aber überschaubar. Früher mehr als heute. Da hörte man vom Trainer schon einmal: "Du bleibst deinem Gegenspieler auf den Fersen. Wenn er aufs Klo geht, gehst du mit." Den Spruch kennt Steffen Korell. Heute lassen sich die Kompetenzen des Defensivspielers damit nicht mehr auf den Punkt bringen Von Merkur-Mitarbeiter Sebastian Zenner

Bottenbach/Homburg/Mönchengladbach. Die Aufgabe als Abwehrspieler ist nicht einfach, aber überschaubar. Früher mehr als heute. Da hörte man vom Trainer schon einmal: "Du bleibst deinem Gegenspieler auf den Fersen. Wenn er aufs Klo geht, gehst du mit." Den Spruch kennt Steffen Korell. Heute lassen sich die Kompetenzen des Defensivspielers damit nicht mehr auf den Punkt bringen. Er ist Abteilungsleiter Talentsichtung und Mannschaftsmanager beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Zu der Zeit, als in Rhetorik und Spielweise eine Modernisierung Einzug in den Fußball hielt, war Korell bei Mönchengladbach in seinem Karriere-Herbst angekommen. Die Wandlung des Vorstoppers zum "Sechser", des Manndeckers zum Innenverteidiger hat er mitbekommen. Ein Knorpelschaden im Knie zwang ihn 2005, seine Profi-Karriere mit 33 Jahren zu beenden. Gerne hätte er noch "ein, zwei Jahre gespielt", aber mit der beruflichen Entwicklung danach ist er zufrieden: "Natürlich spielt man mit dem Gedanken, einmal als Trainer tätig zu sein. Das möchte ich nicht kategorisch ausschließen", beschreibt der B-Lizenz-Inhaber den Gang vom Spielfeld auf die Funktionärsebene: "Aber ich habe mich immer an dem orientiert, was sich mir angeboten hat. Und so habe ich in der Marketing-Abteilung angefangen. Das war etwas Neues, aber ich hatte während der Fußball-Zeit nebenbei Sportmanagement studiert. Von daher passte das gut." Durch die Tätigkeit als Chef der Talentsichtung rückte der 38-Jährige vor zwei Jahren wieder näher an die Mannschaft: "Wenn ein Spieler zu uns wechselt, gehört es zu meinen Aufgaben, für seine Integration zu sorgen", erklärt der Bottenbacher. Seinen ersten Profi-Vertrag und eine Ausbildungsstelle zum Industriekaufmann erhielt Korell 1990 beim Zweitligisten FC Homburg. "Mir wird mein erstes Zweitliga-Spiel immer in Erinnerung bleiben. Das war gegen Schalke 04 und wurde nach 20 Minuten wegen sintflutartiger Regenfälle abgebrochen", erinnert er sich an die fünf Jahre beim FCH, wo er seine Frau Tanja kennenlernte: "Wir hatten damals eine tolle Mannschaft mit Spielern wie Willi Landgraf oder Rodolfo Esteban Cardoso. Mit denen stehe ich noch heute in Kontakt." Neben Besuchen bei den Schwiegereltern hält Korell über seine früheren Mitspieler Achim Therre und Uwe Freiler Kontakt ins Saarland. Nicht nur deshalb ist er über den FCH informiert. Am 21. September spielte die U23 der Borussia in der Regionalliga gegen Homburg (1:1). "Ich denke, für den FCH ist es wichtig, wieder in so einer Liga zu spielen und in Deutschland rumzukommen", sagt Korell, Sein Karrierehöhepunkt sei der Wiederaufstieg mit Gladbach 2001 gewesen, erklärt er: "So etwas hat hier eine besondere Wertigkeit." Sollte er irgendwann als Trainer arbeiten, wird Korell Einflüsse von jeder seiner drei Profi-Stationen verwerten. "Ich bewundere jeden Trainer, der den Mut hat, auf junge Spieler zu setzen. Bei mir war das in Homburg Gerd Schwickert. Von Volker Finke in Freiburg habe ich viel in puncto Fußball-Philosophie gelernt, von Hans Meyer in Gladbach viel Taktisches." Auch wenn Meyer ein Trainer der alten Schule ist, dürfte Korell, der 307 Spiele in Ersten und Zweiten Liga bestritt, sich an Prinzipien des modernen Fußballs orientieren. "Mit Willi Landgraf habe ich heute noch Kontakt."Steffen-Korell,Ex-FCH-Profi



Zur PersonSteffen Korell, Industriekaufmann und Sportfachwirt, wurde am 27. Oktober 1971 in Zweibrücken geboren und begann das Fußball-Spielen beim SV Bottenbach. Nach seiner Zeit beim FC Homburg (1990 bis 1995, 130 Spiele) wechselte er zum SC Freiburg (1995 bis 2000). Er beendete seine Karriere bei Borussia Mönchengladbach (2000 bis 2005). Mit Frau Tanja und Sohn Paul, 9, wohnt Korell heute in Windberg bei Mönchengladbach. zen

Heute ist der 38-jährige Bottenbacher Abteilungsleiter Talentsichtung und Mannschaftsmanager beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Foto: Verein
Heute ist der 38-jährige Bottenbacher Abteilungsleiter Talentsichtung und Mannschaftsmanager beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. Foto: Verein