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Vollgas-Krimi in Montreal

 Das Ziel ist klar: Sebastian Vettel hat den sechsten Sieg im siebten WM-Lauf im Visier. Foto: dpa
Das Ziel ist klar: Sebastian Vettel hat den sechsten Sieg im siebten WM-Lauf im Visier. Foto: dpa
Montreal. Mit ungezügeltem Erfolgshunger will Sebastian Vettel in Kanada seine Titelrivalen endgültig entmutigen. "Nichts gibt einem diese Zufriedenheit, wenn man weiß, dass man das Rennen gewonnen hat und als Oberster auf dem Podest steht", sagt der Formel-1-Weltmeister, der an diesem Sonntag in Montreal seinen sechsten Sieg im siebten Saisonlauf plant

Montreal. Mit ungezügeltem Erfolgshunger will Sebastian Vettel in Kanada seine Titelrivalen endgültig entmutigen. "Nichts gibt einem diese Zufriedenheit, wenn man weiß, dass man das Rennen gewonnen hat und als Oberster auf dem Podest steht", sagt der Formel-1-Weltmeister, der an diesem Sonntag in Montreal seinen sechsten Sieg im siebten Saisonlauf plant. Damit würde er die Start-Bestmarken von Jim Clark, Michael Schumacher und Jenson Button einstellen.Die PS-Welt liegt Vettel ohnehin mehr denn je zu Füßen: Der Red-Bull-Star beherrscht die Königsklasse in diesem Jahr wie einst Schumacher und verzückte zuletzt mit seinem grandiosen Monaco-Triumph. Der Marktwert des 23-Jährigen klettert nach Experten-Ansicht kräftig in die Höhe. Wer im vergangenen Jahr gedacht habe, Vettels Leistung sei ein Strohfeuer gewesen, der sehe jetzt, dass er es wirklich drauf habe, erklärte Marcel Cordes, Vorstand des Kölner Beratungsunternehmens "Sport + Markt". Der Hesse habe auch außerhalb der Rennstrecke eine "hervorragende Entwicklungskurve" hingelegt und sei auf einem "sehr guten Weg" in Richtung der Liga der ganz Großen um Rekord-Weltmeister Schumacher.

Vettels schier unaufhaltsamer Siegeszug stelle dabei keine Gefahr für die Attraktivität der Königsklasse dar. "Die Vergangenheit zeigt, dass eine Dominanz wie in der Ära von Michael Schumacher eher einen gewissen Rummel, einen Sog-Effekt ausgelöst hat", erklärt Cordes. Der drohenden Langeweile in den Rennen zum Trotz.

Für den WM-Spitzenreiter ist der Riesenvorsprung von 58 Punkten auf seinen ersten Verfolger Lewis Hamilton nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme. "Ich glaube, jeder ist schlagbar, also auch wir", sagt Vettel. Lohnt sich also noch eine Wette auf einen der Konkurrenten? So weit mag Vettel dann doch nicht gehen.



Zumindest können Vettels Jäger vor dem Rennen auf dem "Circuit Gilles Villeneuve" an diesem Sonntag (19 Uhr/RTL) ein wenig Hoffnung aus der Tatsache schöpfen, dass der Deutsche bei seinen drei Nordamerika-Auftritten noch nie auf dem Podium stand. McLaren-Fahrer Hamilton dagegen hat bereits zwei Mal in Kanada gewonnen. "Montreal ist etwas Besonderes für mich. Da habe ich meine erste ,Pole Position' und meinen ersten Sieg geholt", sagt der Brite.

Vize-Weltmeister Fernando Alonso, der in der WM-Gesamtwertung Fünfter hinter Mark Webber und Jenson Button ist, sieht nach Rang zwei in Monaco seine Talfahrt beendet. "Wir können rechnen, aber das Team und ich werden das Handtuch sicher nicht werfen", sagt der spanische Ferrari-Pilot kämpferisch - trotz 74 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Schließlich sind noch mindestens 13 WM-Läufe zu fahren, auch wenn das umstrittene Bahrain-Rennen doch wieder abgesagt werden sollte.

Die Vorzeichen zumindest lassen in Kanada auf einen weiteren Vollgas-Krimi hoffen. Nur eine Sekunde trennte Alonso in Monaco im Ziel von Vettel, beim Rennen davor in Barcelona saß Lewis Hamilton dem Weltmeister bis in die letzte Runde dicht im Nacken. Daher gönnt Red-Bull-Teamchef Christian Horner seiner Mannschaft keine Atempause. Denn er rechnet vor: "Sebastian hat eine satte Führung, aber das neue Punktesystem täuscht. Es sind nur etwas mehr als zwei Siege." dpa