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Finanzdiskussion im Profifußball
Uefa will gegen Transfer-Wahnsinn kämpfen

Köln. Verbandspräsident Ceferin denkt über Gehaltsobergrenzen nach. England reguliert den Spielermarkt.

() Uefa-Präsident Aleksander Ceferin hat nach dem Transfer-Wahnsinn des Sommers eine Anpassung des Financial Fairplay, eine kürzere Transferperiode und eine Gehaltsobergrenze ins Gespräch gebracht. Für die Zukunft des Fußballs sei die gegenwärtige Situation „einer der entscheidenden Momente“, sagte der Slowene der ARD. Gleichzeitig glaube er aber nicht, dass der Trend „komplett aufgehalten“ werden könne.

Handlungsbedarf sieht Ceferin nach den jüngsten Millionen-Transfers rund um 222-Millionen-Mann Neymar vor allem beim Financial Fairplay. „Es war erfolgreich. Aber Zeiten ändern sich“, sagte er: „Wir müssen es anpassen, es modernisieren.“ Gegen den französischen Topclub Paris St. Germain hat die Uefa nach den Transfers von Neymar und des Franzosen Kylian Mbappé ein Verfahren eingeleitet. „Wir werden alles überprüfen, das kann ich Ihnen versichern“, sagte Ceferin.

Auch beim Thema Gehaltsobergrenze wolle die Uefa „sehen, was wir machen können“, sagte der Uefa-Chef. Zudem könnte das Transferfenster künftig früher geschlossen werden. Ceferin nannte Ende Juli als Termin. „Ich denke, das Fenster ist zu lange offen“, meinte er. Das sei nicht gut für den Wettbewerb.



Gestern Nachmittag handelte die englische Premier League als erste Topliga in Europa. Ab der Saison 2018/2019 können die Clubs nur noch bis zum Donnerstag vor dem ersten Spieltag einkaufen. Verkäufe bleiben bis zum 31. August möglich. Positiv fielen die ersten Reaktionen aus der Bundesliga aus. „Ich begrüße die Entwicklung in England und bin absolut dafür, das Transferfenster früher zu schließent“, sagte HSV-Sportdirektor Jens Todt.

Die Uefa überlegt außerdem, die Zahl der Spieler pro Verein stärker zu begrenzen. „Einige Vereine haben 50 Spieler gleichzeitig verliehen“, berichtete Ceferin.