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Uefa: Johansson hält Platini für bestechlich und fordert Niersbach

Stockholm. Lennart Johansson will Wolfgang Niersbach als neuen Uefa-Chef sehen. Über die Fifa, deren Präsidenten Joseph Blatter, und Uefa-Chef Michel Platini sagt er: „Es ist eine Tragödie, wie der wichtigste Sport der Welt gerade geführt wird.“ sid

Der langjährige Uefa-Präsident Lennart Johansson setzt sich für Wolfgang Niersbach als Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und Nachfolger von Michel Platini ein. Dem Franzosen, der ihn 2007 abgelöst hatte, wirft der Schwede Bestechlichkeit vor. "Ich habe Wolfgang Niersbach vorgeschlagen, für die Präsidentschaft der Uefa zu kandidieren. Niersbach sollte Präsident werden", erklärte Johansson. Allerdings habe der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gesagt, "dass er das nicht möchte. Das ist schade. Niersbach leitet sehr erfolgreich mit dem DFB den wahrscheinlich wichtigsten Verband der Welt. Er wäre als Uefa-Präsident ein hervorragender Mann".

Uefa-Ehrenpräsident Johannsson hält Platini, der aufgrund einer Zahlung von zwei Millionen Euro durch den Weltverband Fifa für angebliche Beraterdienste von der Fifa-Ethikkommission für 90 Tage gesperrt wurde, für bestechlich. "Es muss so sein", antwortete er auf die Frage, ob die zwei Millionen Euro als Bestechungsgeld vom ebenfalls suspendierten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter an Platini angesehen werden müssen: "Das ist exakt das, worauf es hindeutet. Warum sollte er zu diesem Zeitpunkt Geld erhalten haben - ohne dem Uefa-Exekutivkomitee darüber zu berichten?"

Platini hatte das Geld 2011 erhalten - kurz bevor er auf eine Kampfkandidatur gegen Blatter um den Fifa-Chefposten verzichtete. Johansson erklärte, dass er weder als Exekutivmitglied bei der Fifa noch bei der Uefa von der Zahlung an Platini gehört habe. Weder Blatter noch Platini hätten den Gremien davon berichtet. Johanssons kritisiert: "Es ist eine Tragödie, wie der wichtigste Sport der Welt gerade geführt wird. Aber Blatter ist clever. Er wird alles versuchen, dass sein Nachfolger ein Mann seiner Wünsche ist. Dafür setzt er auf seine Unterstützer, die er vor allem in Asien und Afrika noch immer hat."