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TV Niederwürzbach verzichtet auf Aufstiegsspiele zur RPS-Oberliga

Niederwürzbach. Die große Freude über den Meistertitel der Handball-Saarlandliga wird bei den Fans des TV Niederwürzbach etwas getrübt. Auf die Oberliga-Aufstiegsspiele verzichtet der Verein, zu groß wären finanzielle und zeitliche Belastung. Michèle Hartmann

Enttäuschung pur bei den Handballfans des TV Niederwürzbach . Zwei Tage nach dem Triumph des überraschenden Titels in der Handball-Saarlandliga gab der Meister auf seiner Homepage bekannt, dass er nicht an der Aufstiegsrunde der RPS-Oberliga teilnehmen wird. Das für Samstag in der Würzbachhalle geplante erste Aufstiegsspiel gegen die TG Osthofen findet demnach nicht statt.

Schon wenige Tage vor dem entscheidenden Spiel um die Meisterschaft zwischen dem TV Niederwürzbach und der HSG DJK Nordsaar, das Niederwürzbach mit 29:24 am Samstag für sich entschied (wir berichteten), gab es beim Ex-Handball-Bundesligisten Überlegungen, im Falle der Meisterschaft nicht den Aufstieg in die RPS-Oberliga anzugehen. "Es gibt viele Gründe, warum der TV Niederwürzbach mit seiner ersten Mannschaft, den Sprung in die Oberliga nicht machen will", erklärt TVN-Abteilungsleiter Arno Gebhardt. Da wäre etwa die Altersstruktur der erfolgreichen Mannschaft von Trainer Christian Schöller zu. Für einen Oberliga-Kader sei der Altersdurchschnitt zu hoch. Ein weiterer Grund wäre: die zu hohe Belastung für Training und Spielbetrieb für alle berufstätigen Spieler oder Studenten. Und vor allem spielt auch der Kostenfaktor eine Rolle. "Der finanzielle Aufwand unter anderem für die Fahrten zu den Auswärtsspielen wäre in der Oberliga viel höher als in der Saarlandliga." Der TVN hätte zusätzliche Sponsoren gebraucht.

Die Meisterschaft wollte der TV Niederwürzbach in der Saarlandliga auf jeden Fall sichern - hielt sich bei den Plänen über den freiwilligen Verzicht auf die Aufstiegsspiele noch aus der Öffentlichkeit zurück. "Mit der Vorveröffentlichung des Aufstiegsverzichts wäre die Spannung aus diesem Spiel am Samstag genommen worden", sagt Gebhardt.



Zwei Tage nach dem Jubel und Trubel um die Meisterschaft ist bei den TVN-Fans nun Ernüchterung eingekehrt. Doch die Niederwürzbacher sind nicht der einzige Verbandsmeister, der aus unterschiedlichen Gründen in die Oberliga aufsteigen will. Auch der Meister der Pfalz-Liga TSV Iggelheim verzichtet auf die Aufstiegsspiele. Ob nun die am Samstag in der Würzbachhalle unterlegene DJK HSG Nordsaar als Vizemeister der Saarlandliga für den TV Niederwürzbach in die Aufstiegsrunde geht, ist offen. Denn auch bei der HSG überlegen die Verantwortlichen, ob sie überhaupt den Schritt in die Oberliga machen wollen und können. Durchaus möglich, dass der Meister der Rheinhessen-Liga, die TG Osthofen, und der Meister der Rheinland-Liga, der TV Bitburg, damit ohne Aufstiegsrunde direkt für die RPS-Oberliga qualifiziert sind.