| 20:06 Uhr

Eishockey
Bühne frei für das Traumfinale der DEL

 Die Adler wollen endlich wieder jubeln. Nach einer Woche Spielpause starten die Mannheimer an diesem Donnerstag in die Finalserie der DEL.
Die Adler wollen endlich wieder jubeln. Nach einer Woche Spielpause starten die Mannheimer an diesem Donnerstag in die Finalserie der DEL. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Mannheim. Die ausgeruhten Adler Mannheim treffen in der Endspiel-Serie ab diesem Donnerstag auf den geschlauchten Meister EHC München. sid

Nach achteinhalb Stunden Wahnsinn auf dem Eis ließen sich die müden Halbfinal-Helden des EHC München vom „Würschtlmo“ aufpäppeln. Am rollenden Grill-Wohnwagen, der extra aus Garmisch-Partenkirchen bestellt worden war, stärkten sich die Eishockeyspieler am Mittwochmittag mit viel Fleisch. Danach stiegen sie in den Bus Richtung Mannheim. Dort findet nur zwei Tage nach dem Ende der dramatischen Halbfinal-Serie gegen die Augsburger Panther das erste Finalspiel gegen ausgeruhte Adler statt.

„Das wird eine riesige Herausforderung“, sagte Münchens Meistertrainer Don Jackson vor dem ersten Titel-Duell der zwei besten deutschen Eishockey-Teams an diesem Donnerstag (19.30 Uhr/Sport1): „Ich denke, sie sind fit und warten auf uns.“ Und wie: Nach einer Woche Spielpause wollen die Adler Mannheim endlich aufs Eis. „Wir gehen mit breiter Brust ins Finale, wissen aber, dass wir uns steigern und die Spannung hochhalten müssen“, sagte Adler-Kapitän Marcus Kink.

Es ist strittig, wer in der Best-of-Seven-Serie zwischen den beiden Hauptrundenbesten mit insgesamt zwölf Olympia-Helden im Vorteil ist: Die Mannheimer, die nach dem lockeren 4:0-Halbfinalsieg gegen die Kölner Haie zwar neue Kraft tanken konnten, aber eben auch aus dem Rhythmus kamen. Oder die Münchner, die gegen zähe Augsburger zwar in sieben Spielen bis an ihre Belastungsgrenze gehen mussten, aber durch das Happy End nach dem 2:0-Erfolg am Dienstagabend psychologisch im Vorteil sein könnten.



„Das kann man nie wissen, jeder Spieler geht anders damit um“, sagte Jackson. Sein Stürmer Mads Christensen, der im siebten Spiel gegen Augsburg zum 1:0 traf, sieht die längere Pause für die Mannheimer zwar als Vorteil, „aber wir können den Schwung mitnehmen. Ich weiß nicht, ob wir der Außenseiter sind. Aber wir sind bereit.“

Das bewies der Meister der vergangenen drei Jahre auch im Halbfinale gegen Augsburg, das mit insgesamt 504 Minuten und 46 Sekunden Spielzeit als längste Playoff-Serie in die Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einging. „Die ganze Serie“, meinte Torhüter Danny aus den Birken, „war der Wahnsinn“. Und voller Rekorde.

Die Münchner gewannen ihr elftes Playoff-Duell in Folge und erreichten zum vierten Mal hintereinander das Finale. Trainer Jackson zog nach DEL-Spielen mit Trainer-Ikone Hans Zach gleich (838). Torhüter Aus den Birken gelang mit dem 2:0 zum Abschluss sein 45. Spiel ohne Gegentor in der Liga. Alles Bestmarken. „Ich bin sehr stolz auf meine Spieler“, sagte Jackson: „Wir haben in der Kabine viele Anführer, die gut mit Druck umgehen können.“

Das sahen die Mannheimer auch am TV-Bildschirm, doch das Selbstvertrauen beim Hauptrundengewinner ist ebenfalls groß. Außerdem haben die Adler anders als ihr Finalgegner, bei dem unter anderem Maximilian Kastner (Operation an der Hand) ausfällt, keine Personalsorgen. Die Frage ist nur: Wie viel Spannung hat die einwöchige Pause gekostet? „Die Trainer haben die Vorbereitung in den vergangenen Tagen sehr gut aufgebaut“, sagte Stürmer Matthias Plachta: „Der Spaß kam jedoch nicht zu kurz.“

Dass München die Mannheimer im Halbfinale der vergangenen Saison klar mit 4:1 besiegte, dürfte keine Rolle mehr spielen. „Das ist eine ganz neue Mannschaft mit einem neuen Trainer und einem neuen System“, sagte Christensen, der eine „enge Serie mit vielen Zweikämpfen“ erwartet.