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Traum vom goldenen Wochenende

Falun. Die nordischen Ski-Weltmeisterschaften sind für die deutsche Mannschaft schon jetzt ein voller Erfolg. Zum Abschluss könnten die DSV-Asse am Wochenende noch einmal für Superlative sorgen. Eric Dobias,Gerald Fritsche (dpa)

Die deutschen Ski-Asse stehen vor einem historischen Gold-Rekord in der 91-jährigen WM-Geschichte, die mit schon drei Medaillen dekorierten DSV-Stars Severin Freund und Johannes Rydzek vor der Krönung zum erfolgreichsten Athleten von Falun . Am Final-Wochenende der 50. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wollen die beiden Doppel-Weltmeister im Teamwettbewerb der Skispringer und im Teamsprint der Nordischen Kombinierer noch einmal zuschlagen und die überragende WM-Bilanz für den Deutschen Skiverband (DSV) ausbauen. Bei einem weiteren Titel würde die bereits egalisierte Bestmarke der DDR aus dem Jahr 1974 von fünf Goldmedaillen fallen.

Dass mit Freund und Rydzek noch zwei DSV-Athleten zur Nummer eins der WM werden können, hatte niemand auf dem Zettel. "Ich habe Johannes jetzt überholt, aber im Teamsprint sind sie stark", frotzelte der Skisprung-Weltmeister seinen bayerischen Kollegen, der am Donnerstag "nur" Bronze geholt hatte. "Aber im Ernst, es ist egal, wer da vorne ist. Wir freuen uns über alle Medaillen", sagte Freund.

Auf der Schanze stehen schon drei aus Gold für Freund, Carina Vogt und das Mixed-Team sowie eine aus Silber, ebenfalls durch Freund, zu Buche. "Mehr geht bei einer WM fast gar nicht", lobte der dreimalige Weltmeister Jens Weißflog den Auftritt in Falun . Doch Freund ist noch längst nicht satt. "Wir sind unter den Teams, die um den Sieg kämpfen. Ich glaube, wir sind stark genug, eine Medaille zu holen. Welche Farbe die hat, wird spannend", sagte er vor dem Teamwettbewerb an diesem Samstag (17 Uhr).

"Wir wollen die WM mit einer weiteren Medaille krönen", bekräftigte Bundestrainer Werner Schuster. Martin Schmitt , der vor 14 Jahren den bisher letzten Team-Titel miterkämpfte, traut seinen Nachfolgern nach dem Olympiasieg einen weiteren Triumph zu. "Nach Einzel-Gold kommt Mannschafts-Gold. Da spreche ich aus Erfahrung", sagte er in Anspielung auf seinen Doppelerfolg 2011 in Lahti. "Unser Team ist das ausgeglichenste und hat den stärksten Schlussspringer."

Auf einen langen Atem wird es für "Superman" Rydzek und Olympiasieger Eric Frenzel im Teamsprint der Nordischen Kombinierer ankommen. "Wir haben eine super Chance auf eine weitere Medaille. Wenn es an diesem Tag bei uns beiden passt, ist alles drin", sagte der in Falun mit zweimal Gold und einmal Bronze dekorierte Rydzek. Frenzel ging in den Einzeln zwar leer aus, erhielt aber trotzdem den Vorzug vor Tino Edelmann. "Wir haben uns einhellig für Eric entschieden, weil er auf der Schanze ein Garant für große Weiten ist. Wir möchten nicht bereits dort in einen größeren Rückstand geraten", begründete Bundestrainer Hermann Weinbuch die Entscheidung zugunsten Frenzels.

Kaum Aussichten auf Edelmetall gibt es in der Loipe, auch wenn Langlauf-Bundestrainer Frank Ullrich vor den 30 Kilometern der Damen an diesem Samstag tapfer verkündete: "Nicole Fessel brennt. Sie wird noch mal einen Angriff starten."