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2. Fußball-Bundesliga
Auf dem Schleudersitz des deutschen Profifußballs

Hannes Wolf, der neue Trainer des Hamburger SV, ist mit seiner Mannschaft am heutigen Freitag beim 1. FC Magdeburg gefordert.
Hannes Wolf, der neue Trainer des Hamburger SV, ist mit seiner Mannschaft am heutigen Freitag beim 1. FC Magdeburg gefordert. FOTO: dpa / Christian Charisius
Hamburg. Trainer Hannes Wolf hat bei Zweitligist Hamburger SV eine Aufgabe übernommen, die nur ein Ziel hat: den Bundesliga-Aufstieg. dpa

Für Trainer Hannes Wolf hat in dieser Woche ein äußerst riskantes Abenteuer begonnen. In den folgenden sieben Monate ist er dazu verdammt, mit Bundesliga-Absteiger Hamburger SV in die Eliteliga des deutschen Fußballs zurückzukehren. „Das ist eine große Herausforderung. Der stelle ich mich gerne“, sagte der gebürtige Bochumer – wohl wissend, dass er auf dem explosivsten Schleudersitz des deutschen Profifußballs Platz genommen hat. Wolf ist der 24. Trainer beim HSV in 20 Jahren.

„Wir wollen die Fähigkeiten, die die Spieler haben, sofort auf den Platz bringen“, lautet sein Nahziel. Auch Vorgänger Christian Titz hatte stets von Qualität gesprochen, die im Kader stecke. Auf dem Rasen war davon zuletzt aber wenig zu sehen. Die Spielkultur war zusehends auf der Strecke geblieben.

Die ersten Trainingseindrücke unter Wolf blieben schemenhaft. Lediglich 20 Minuten waren öffentlich. Danach fiel wie üblich vor dem nächsten Spiel der Vorhang. Zuschauer durften erst gar nicht bis zum Trainingsplatz vordringen. „Die Mannschaft hat gut mitgezogen“, meinte der Cheftrainer: „Sie ist jung und hat eine hohe Qualität.“ Zuvor hatte er zu den Profis gesprochen und ihnen die vertrackte Lage nach der Beurlaubung des bei Fans und Mannschaft beliebten Titz erläutert. Bei Spielern wie Lewis Holtby, der Titz seinen Freund nennt, oder Fiete Arp, der in Titz einen Ziehvater sieht und deshalb am Vortag seinen Unmut via Instagram kundtat, muss Wolf zähe Überzeugungsarbeit leisten.



Der Trainerwechsel auf Platz fünf mit zwei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter 1. FC Köln lässt den Druck erahnen, unter dem die Vereinsführung steht. Für den Aufstieg müssen Siege her. Seinen ersten soll Wolf am heutigen Freitag (18.30 Uhr) bei Aufsteiger 1. FC Magdeburg holen. Unentschieden sind zu wenig. „Ich wünsche mir, dass wir voll da sind, gut verteidigen und fußballerische Lösungen finden“, sagte Wolf. Das Ballgeschiebe zwischen Torwart und Innenverteidigern wird vermutlich beendet.