| 23:18 Uhr

Frauenhandball-WM
„Totalausfall“ gegen die Niederlande

 Gegen die Niederlande konnten sich die deutschen Handball-Frauen nicht durchsetzen – wie hier Rückraumspielerin Xenia Smits (Mitte).
Gegen die Niederlande konnten sich die deutschen Handball-Frauen nicht durchsetzen – wie hier Rückraumspielerin Xenia Smits (Mitte). FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Leipzig. Gruppensieg bei der Heim-WM verpasst, gute Ausgangslage verspielt nach der 23:31-Pleite. Am Sonntag wartet Dänemark.

(sid) „Zu wenig“, „gar nix“, „Totalausfall“: Bei den deutschen Handballerinnen dominierte nach der Lehrstunde gegen die Niederlande der Frust. Die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler verpasste beim 23:31 (10:18) gegen den Vize-Weltmeister nicht nur den angepeilten Gruppensieg bei der Heim-WM deutlich, sondern landete vor dem Achtelfinale am Sonntag auch knallhart auf dem Boden der Tatsachen.

„Das war gar nix“, sagte die in einer schwachen Mannschaft noch überzeugende Torhüterin Clara Woltering. Auch Alicia Stolle, mit sechs Toren der Lichtblick in der deutschen Offensive, legte den Finger tief in die Wunde: „Das war zu wenig in Abwehr und Angriff. Das müssen wir ganz schnell aufarbeiten und im Achtelfinale alles anders machen.“ Nadja Mansson sprach gar von einem „Totalausfall“.

Bundestrainer Michael Biegler richtete seine „Ladys“, die nach dem ersten Rückschlag die Gruppe D mit 7:3 Punkten beendeten, allerdings sogleich wieder auf: „Die Niederlage ist in der Höhe verdient. Aber die WM startet mit der K.o.-Phase jetzt neu.“ DHB-Vizepräsident Bob Hanning sah einen „ganz klaren Dämpfer“, zeigte sich aber ebenfalls zuversichtlich: „Ich bin mir sicher, dass wir schon am Sonntag einen anderen Auftritt sehen werden. Egal, wer der Gegner ist: Sie werden ins Viertelfinale einziehen.“ Am späten Freitagabend war dann der kommende Gegner gefunden. Im Achtelfinale an diesem Sonntag in Magdeburg (20.30 Uhr/Sport1) trifft Deutschland auf den EM-Vierten Dänemark.



Er werde keinen Druck auf die Mannschaft ausüben, hatte Biegler vor dem Klassiker gegen Oranje gesagt. „Ich bin immer noch unaufgeregt“, so Biegler. Beim Anpfiff am Freitag war es mit der Ruhe dann selbst bei Biegler vorbei. Der Coach tigerte die Seitenlinie auf und ab, ruderte mit den Armen und kommentierte lautstark jede Aktion seiner Spielerinnen – doch es half nicht. Schon nach fünf Minuten nahm Biegler die erste Auszeit, da stand es 1:4. In der elften Minute räumte Torfrau Katja Kramarczyk entnervt ihren Kasten und machte für Woltering Platz (4:8), die mit zahlreichen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte. Doch auch in der Folge fand der deutsche Angriff gegen die aggressive Abwehr des Gegners vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Halle kaum ein Mittel. Während die Holländerinnen immer wieder zu einfachen Toren kamen, mussten Loerper und Co. um jeden Abschluss kämpfen. Etliche technische Fehler erschwerten das Offensivspiel zusätzlich. Das 5:10 nach einer Viertelstunde spiegelte die Kräfteverhältnisse wider.