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Radsport
Tod des Belgiers Lambrecht erschüttert die Radsport-Welt

 Der belgische Radprofi Bjorg Lambrecht starb am Montag bei der Polen-Rundfahrt.  Foto: Lalmand/dpa
Der belgische Radprofi Bjorg Lambrecht starb am Montag bei der Polen-Rundfahrt. Foto: Lalmand/dpa FOTO: dpa / Eric Lalmand
Warschau. Das aufstrebende Talent war bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzt. Auch der deutsche Tagessieger Pascal Ackermann ist am Boden zerstört. sid

Als sich am Dienstagmittag der „Kondolenz-Zug“ mit 149 Radprofis auf die vierte Etappe der Polen-Rundfahrt machte, fuhren Trauer und Bestürzung mit. Der Tod des 22 Jahre alten Belgiers Bjorg Lambrecht hat die Radsport-Welt erschüttert, an Normalität war am Tag nach der Tragödie nicht zu denken. Seit der schrecklichen Nachricht waren über die sozialen Medien endlos viele Beileids-Bekundungen verbreitet worden.

„Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto-Soudal mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen“, sagte der deutsche Sprinter Pascal Ackermann nach seinem Tagessieg auf dem dritten Teilstück. Freuen konnte er sich über seinen Erfolg aber nicht: „Das Ergebnis spielt keine Rolle.“

Auch am Dienstag ging es nicht um Tagessieg und Klassement. Die Etappe wurde „aus Respekt gegenüber Bjorg“, so die Organisatoren, neutralisiert und von 173 auf 133,7 Kilometer verkürzt. Das Ergebnis wird nicht in die Gesamtwertung einfließen. Geplante Aktionen an der Strecke wurden abgesagt.



Auf Kilometer 48 hatte sich der Unfall am Montagnachmittag ereignet. Laut Organisatoren war Lambrecht auf regennassem Belag von der Straße abgekommen. Wie das Onlineportal Onet schrieb, prallte der Belgier gegen eine Betonkonstruktion. Lambrecht wurde zunächst noch auf der Straße liegend reanimiert, ehe er im Krankenhaus in der polnischen Stadt Rybnik seinen Verletzungen erlag.

Infolge der Witterungsbedingungen war es zu mehreren Stürzen auf der Etappe gekommen. Nasse Straßen machten vor allem das Fahren in Kurven zu einer gefährlichen Angelegenheit. Lambrechts Unfall sei aber auf einer „geraden, breiten Straße“ geschehen, sagte Rennleiter Czeslaw Lang: „Er zögerte einen Moment, er verließ den Asphalt.“

Lambrechts belgischer Rennstall schrieb bei Twitter von der „größtmöglichen Tragödie für Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen“. Auch weitere deutsche Radsportler äußerten sich bestürzt über Lambrechts Tod. „Es tut mir so leid. Mein Beileid an Bjorgs Familie, Freunde und Teamkollegen. Mir fehlen die Worte“, sagte Sprinter Marcel Kittel. André Greipel teilte mit: „Ich kann nicht glauben, wie tragisch unser Sport sein kann. Meine Gedanken sind bei Bjorgs Familie.“

Lambrecht hatte in seiner jungen Karriere bereits einige Erfolge vorzuweisen. Beim diesjährigen Tour-Härtetest Criterium du Dauphine in Frankreich hatte er die Wertung des besten Jungprofis gewonnen, bei der U23-WM im Vorjahr belegte er im Straßenrennen den zweiten Rang. Lambrecht startete erst in seinem zweiten Jahr auf der World Tour.