| 23:16 Uhr

US Open
Tennis-Exot Florian Mayer geht in Ruhestand

New York. Im letzten Match seiner erfolgreichen Karriere zeigte Florian Mayer noch einmal sein gesamtes Repertoire, das ihn zu einem einzigartigen Exoten auf der Tennistour gemacht hatte. Die eingesprungenen Rückhandstops, seine Volleypirouetten und der ansatzlos geschlagene Vorhandslice werden im oft eindimensionalen Profigehämmer fehlen.

Davon ist - bei aller Bescheidenheit – auch Mayer überzeugt. „Die meisten spielen nur Hauruck und Bum-Bum“, sagte er in New York nach seiner letzten Niederlage: „Da fällt es mir manchmal schwer, zuzuschauen.“

Mit Gewalt hatte es Mayer nie versucht, dafür fehlte dem Franken auch die Kraft. Aber auch die feine Klinge brachte ihn weit nach vorne, weiter, als er es sich je erträumt hatte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal unter den Top 20 stehen würde und ein Turnier wie in Halle gewinnen könnte. Auch die Viertelfinals in Wimbledon sind tolle Erinnerungen“, sagte er. Und auch für seine letzte Partie muss er sich alles andere als schämen.

Zwar unterlag Mayer, 34, dem 13 Jahre jüngeren Kroaten Borna Coric zum Auftakt der US Open 2:6, 2:6, 7:5, 4:6, ärgerte den Favoriten zwang den Jungspund auch körperlich an die Grenze. Die hatte Mayer schon länger erreicht, nur zwei Siege gelangen ihm 2018 auf der ATP-Tour. Die Reise durch die Tenniswelt, auf der er mehr als 15 Jahre zu Hause war, wollte er sich aber nicht nehmen lassen.