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SV Darmstadt 98 vor historischem Durchmarsch

Darmstadt. Präsident Rüdiger Fritsch erscheint die Zweitliga-Saison seines SV Darmstadt 98 wie ein kitschiger amerikanischer Film: "Ein nicht so guter Basketballer wird zum College-Spieler aufgebaut, und am Schluss bekommt er das Mädchen, das er liebt, und wirft den entscheidenden Dreier." Die Lilien haben jedenfalls den Erfolgsstreifen mit dem Titel "Durchmarsch" fast zu Ende gedreht. Agentur

Nach dem 1:0 im Topspiel am Montagabend beim Karlsruher SC ist der Aufstieg des letztjährigen Aufsteigers greifbar.

Mit Siegen aus den letzten Partien bei Greuther Fürth und gegen den FC St. Pauli wäre Darmstadt nach 33 Jahren zurück im Oberhaus, möglicherweise reichen auch weniger Punkte. Dank des Tores von Tobias Kempe vor 27 467 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion sprang Darmstadt auf den zweiten Platz und liegt nun zwei Punkte vor dem 1. FC Kaiserslautern .

Der direkte Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga war bisher 1899 Hoffenheim (2008), dem SSV Ulm 1846 (1999), dem 1. FC Nürnberg (1998), Arminia Bielefeld (1996), Fortuna Düsseldorf (1995) und 1860 München (1994) gelungen. Mit einem Fünf-Millionen-Euro-Etat und dem bescheidenen Ziel Klassenverbleib war Darmstadt in die Saison gestartet.

Was der frühere KSC-Profi Schuster aus diesem Team gemacht hat, ringt dem gesamten deutschen Profifußball Respekt ab. "Niemand hätte gedacht, dass man den Wahnsinn vom letzten Jahr noch weiter treiben kann", sagte Vereinsboss Fritsch.

"Wir sind ein bisschen verrückt auf dem Platz", erklärte Mittelfeldspieler Hanno Behrens. So wie der einst bei Eintracht Frankfurt durchgefallene Marcel Heller. Seine Kollegen nennen ihn schon mal "Usain Heller" in Anlehnung an 100-Meter-Weltrekordler Usain Bolt . Mit seinem Sprint leitete der 29-Jährige den Siegtreffer ein.