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Stotterstart für Kerber, Zverev bezwingt Idol Federer

 Alexander Zverev (li.) freut sich nach seinem Sieg gegen Roger Federer. Der Schweizer kann gut damit leben. Foto: mcdonaugh/dpa
Alexander Zverev (li.) freut sich nach seinem Sieg gegen Roger Federer. Der Schweizer kann gut damit leben. Foto: mcdonaugh/dpa FOTO: mcdonaugh/dpa
Köln. Zweieinhalb Stunden lang liefert sich Alexander Zverev mit Roger Federer ein hochklassiges Match auf Augenhöhe – und gewinnt. Doch weil Andrea Petkovic unterliegt und auch das abschließende Mixed verloren geht, haben die Deutschen beim Hopman Cup keine Chance mehr. sid

Stotterstart für Angelique Kerber ins Tennisjahr 2017 und ein denkwürdiger Erfolg für Alexander Zverev über sein Idol: Während sich die Weltranglisten-Erste aus Kiel in ihrem Auftaktmatch in Brisbane zum 3:6, 6:2, 6:3 gegen Lokalmatadorin Ashleigh Barty mühte, bezwang Zverev beim Hopman-Cup in Perth den Schweizer Roger Federer in einem Tiebreak-Krimi. Nach 2:30 Stunden verwandelte der 19 Jahre alte Hamburger seinen ersten Matchball zum 7:6 (7:1), 6:7 (4:7), 7:6 (7:4).

"Um Roger zu schlagen, musst du ein unglaubliches Match spielen. Das habe ich heute geschafft", sagte Zverev unter dem Jubel der 13 785 Fans: "Gegen ihn ist die nervliche Anspannung immer hoch." Selbst, wenn sich Federer nach sechsmonatiger Pause erst auf dem Weg zurück zu alter Klasse befindet. Der 35-Jährige nahm die Niederlage gelassen: "Wen juckt's? Es war ein gutes Spiel über zweieinhalb Stunden."

Für Zverev war es im dritten Aufeinandertreffen mit dem Grand-Slam-Rekordchampion der zweite Sieg. Erstmals hatte er sein langjähriges Vorbild im vergangenen Jahr beim Rasenturnier in Halle/Westfalen bezwungen. Das Finale der inoffiziellen Mixed-WM verpasste Zverev mit Teamkollegin Andrea Petkovic trotz des Triumphs. Die 28 Jahre alte Darmstädterin unterlag Belinda Bencic 3:6, 4:6, im launigen Mixed waren Zverev und Petkovic beim 1:4, 2:4 gegen Federer/Bencic chancenlos.



Dennoch hat Zverev Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben getankt. Vor allem für die Australian Open in Melbourne (ab 16. Januar), wo Angelique Kerber (28) als Titelverteidigerin an den Start geht. In ihrer Vorbereitung arbeitete sie härter denn je, um für die Jagd der Konkurrentinnen gerüstet zu sein. Die Strapazen und die 66-tägige Matchpause waren ihr gegen die Weltranglisten-271. Barty anzumerken. "In der Vorbereitung habe ich meinen Körper ans Limit gebracht", sagte Kerber.

Von ihrer Bestleistung bei eigenem Aufschlag war Kerber noch weit entfernt, sie haderte mit ihrem Ballwurf, neun Doppelfehler unterliefen ihr. Bereits im Viertelfinale an diesem Donnerstag gegen die Ukrainerin Jelina Switolina kann Kerber weitere Matchpraxis sammeln.