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FCK in 3. Fußball-Liga
Zusammenhalt und Euphorie sind zurück

Der Betzenberg soll wieder brennen: Beim Drittliga-Auftakt an diesem Samstag gegen 1860 München werden 40 000 Zuschauer erwartet.
Der Betzenberg soll wieder brennen: Beim Drittliga-Auftakt an diesem Samstag gegen 1860 München werden 40 000 Zuschauer erwartet. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern startet in die neue Saison in der 3. Liga. 40 000 Zuschauer kommen gegen den Aufsteiger TSV 1860 München.

Der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern fühlt sich für die „Mission Wiederaufstieg“ gerüstet. Mit „Demut und Respekt“ soll das Projekt beim Saisonauftakt gegen den Aufsteiger TSV 1860 München an diesem Samstag (14 Uhr/ARD) gestartet werden. Anspruch und Wirklichkeit klafften beim FCK oft weit auseinander. So groß wie aktuell war diese Differenz noch nie. Sowohl aus finanzieller als auch aus sportlicher Sicht muss die Zweitliga-Rückkehr im ersten Anlauf gelingen. Eine längerfristige Drittliga-Zugehörigkeit kann sich der viermalige deutsche Meister nicht erlauben.

Die Vorzeichen stehen aber gut. Keinerlei Nebenschauplätze beeinflussen die sportliche Situation – ein seltenes Bild auf dem Betzenberg. Mit dem Lizenzspieler-Etat von rund fünf Millionen Euro liegt der Club im Ligavergleich zudem weit vorne. Sportvorstand Martin Bader und Sportdirektor Boris Notzon krempelten die Mannschaft komplett um. 14 externe Neuzugänge und 25 Abgänge stehen in der Bilanz. Nur fünf der in der vergangenen Saison eingesetzten Spieler sind in der 3. Liga noch dabei.

Eine ausbalancierte Mischung aus erfahrenen Akteuren und jungen entwicklungsfähigen Spielern soll es sportlich richten. Insbesondere Rückkehrer Florian Dick ist als Kapitän und Identifikationsfigur gefragt. „In der 3. Liga geht es um Kampf und Leidenschaft. Wir müssen das gemeinsam als Truppe annehmen. Dann kann mit dem Potenzial in der Hinterhand hier richtig etwas entstehen“, betont der 33-jährige Publikumsliebling: „Wir sind heiß auf den Samstag und freuen uns darauf, dass es endlich losgeht. Wir wollen alles reinschmeißen, was wir uns in den letzten Wochen erarbeitet haben.“



Abwehrchef Kevin Kraus und die Routiniers Mads Albaek und Christoph Hemlein sind als weitere wichtige Säulen im 4-4-2-System von Michael Frontzeck gesetzt. Timmy Thiele, für den rund 375 000 Euro an den FC Carl Zeiss Jena überwiesen worden sind, und Lukas Spalvis werden sich an ihren Toren messen lassen müssen. Spalvis, der von Sporting Lissabon ausgeliehen war, wurde extra fest verpflichtet.

Ein Fragezeichen bleibt jedoch zunächst: Gelingt es, die vielen Puzzleteile der neuen Mannschaft zu einer Einheit zu formen? Mit Frontzeck scheint der richtige Mann dafür das Zepter in der Hand zu haben. Der 54-Jährige erarbeitete sich seit seinem Amtsantritt im Februar mit Ruhe und Gelassenheit einiges an Kredit im schwierigen Umfeld in Kaiserslautern. „Dafür, dass die Mannschaft fast komplett neu zusammengestellt ist, macht sie zum jetzigen Zeitpunkt schon einen sehr homogenen Eindruck“, sagt der erfahrene Trainer. „Wie eng wir am Ende wirklich zusammengerückt sind, zeigt sich aber erst in der Saison. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir hart und intensiv gearbeitet haben.“ Er wisse aber, „dass die Vorbereitung das eine ist, der Wettkampf dann das andere“.

Auf das Umfeld können die Roten Teufel derzeit zählen. Trotz des Abstiegs ist die Euphorie allgegenwärtig. Gegen die Münchner Löwen werden etwa 40 000 Zuschauer erwartet. Die Dauerkartenverkäufe liegen auf Vorjahresniveau (über 12 000), die geglückte Ausgliederung der Profiabteilung, der Empfang von über 1500 Fans beim Trainingsauftakt und das Stadionfest ohne Testspiel, dafür mit einem öffentlichen Training vor 10 000 Anhängern zeugen vom wiedergewonnenen Zusammenhalt.

Die Verantwortlichen haben ihre Hausaugaben erledigt und mit dem Lebensmittelhersteller Layenberger einen neuen Hauptsponsor an Land gezogen. Nun sind Team und Trainer gefordert, die Aufbruch­stimmung am Betzenberg weiter zu schüren. Das sieht auch Sportvorstand Martin Bader so. „Das Ziel des FCK ist, in die 2. Liga zurückzukehren. Wir wissen aber, dass das nicht selbstverständlich ist und dass uns ein langer und holpriger Weg bevorsteht. Eine eingespielte Mannschaft ist immer ein Trumpf, und diesen können wir noch nicht haben.“ Dafür aber neue Begeisterung rund um den Betzenberg.