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Radsport
Wohl kein Urteil vor Tour de France

Christopher Froome steht weiterhin unter Dopingverdacht.
Christopher Froome steht weiterhin unter Dopingverdacht. FOTO: dpa / Gregorio Borgia
Paris. Der unter Dopingverdacht stehende Christopher Froome darf weiterhin starten.

Ein Urteil in der Doping-Affäre um Radstar Christopher Froome wird es vor der Tour de France (7. bis 29. Juli) wohl nicht mehr geben. „Mein Wunsch war immer, dass es vor dem Giro d’Italia entschieden ist. Jetzt möchte ich es vor der Tour geregelt haben. Aber man muss realistisch bleiben: Ich denke, das wird nicht der Fall sein“, sagte David Lappartient als Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI der französischen Zeitung „Le Parisien“.

Der viermalige Tour-Champion, der gerade erst den Giro gewonnen hat, war im September 2017 mit 100 Prozent über dem erlaubten Wert des Asthmamittels Salbutamol getestet worden. Bis die UCI ein Urteil gefällt hat, darf Froome nach den Richtlinien der Welt-Doping-Agentur (Wada) weiterfahren.

Der Fall sei viel komplexer als andere, betonte Lappartient. „Das ist keine Laxheit der UCI. Wenn man aber 1500 Seiten eines wissenschaftlichen Berichts hat, muss man diesen analysieren sowie das Verfahren und Chris Froomes Rechte genauso wie die unseren respektieren.“ Der Franzose wies auch darauf hin, dass der Brite größere finanzielle Mittel habe, um diesen Fall durchzuziehen, wo „andere abgedankt hätten“.



Damit steht der Radsport wie einst im Fall Alberto Contador vor einem Dilemma. Auch der Spanier hatte nach einem Positiv-Test auf Clenbuterol weiterfahren dürfen. Contador gewann ebenfalls den Giro, der Erfolg wurde ihm aber im Nachhinein wieder aberkannt.