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Fußball
„Weltklasse“-Spieler auf Vereinssuche

Köln. Max Meyer, Claudio Pizarro oder Alexander Meier: Etliche Profis sind in der neuen Saison vereinslos.

Max Meyer wurde vor einem Jahr mit der deutschen U21-Auswahl Europameister. Das Siegerfoto postete der 22-Jährige am 30. Juni mit der Überschrift „1 year ago!“ auf Instagram. Am nächsten Tag war er arbeitslos.

Der Mittelfeldspieler hielt sich zuletzt in einem Trainingscamp in Griechenland fit – und wartet auf Angebote, obwohl sein Berater Roger Wittmann ihm das Prädikat „Weltklasse“ verpasste und meinte, dass „viele Clubs auf der ganzen Welt mit Max arbeiten wollen“. Gerüchte um einen Wechsel nach Hoffenheim dementierten die Kraichgauer zuletzt auf Twitter mit: „Nix dran an der Geschichte!“

Viele weitere Profis teilen das Schicksal. Die Ex-Kölner Dominic Maroh und Claudio Pizarro besuchten in der Sommerpause ein Trainingscamp auf Mallorca. Unter der Anleitung von Yann-Benjamin Kugel, ehemaliger Fitnesstrainer der deutschen Nationalmannschaft, schleppten die Fußballer Medizinbälle und bewegten Traktorreifen, um der Arbeitslosigkeit zu entkommen. An der Seite von Maroh und Pizarro schuftete auch Dennis Diekmeier für einen neuen Vertrag. Der 28-Jährige, acht Jahre lang beim HSV, bekam vom Verein einen neuen Zweijahresvertrag angeboten – zu wenig für den Rechtsverteidiger. „Dennis hätte gerne langfristig in Hamburg unterschrieben und beim HSV seine Karriere beendet“, sagte sein Berater Volker Struth.



Auch Alexander Meier, von den Fans der Frankfurter Eintracht als „Fußball-Gott“ verehrt, bekam keinen neuen Vertrag angeboten. Meier spielte 14 Jahre für die Hessen, wurde zwei Mal Torschützenkönig der Bundesliga. Der Stürmer machte mit einem Privattrainer in Miami Urlaub und hielt sich zuletzt beim österreichischen Erstligisten Admira Wacker fit. Eine Verpflichtung von Meier ist jedoch kein Thema.

Für Pizarro, der im Oktober 40 Jahre alt wird, und den 35-jährigen Meier könnte der Blick nach einem neuen Verein Richtung China oder USA gehen. Meier bezeichnete einen Wechsel in die MLS im vergangenen Jahr bereits als Traum. Für den ehemaligen Schalker Meyer ist das noch kein Thema. Er will in Europa unterkommen. In England schließt das Transferfenster am 9. August, danach müsste sein Berater den Fokus auf andere Märkte legen. Meyers Gehaltsvorstellungen – auf Schalke soll er einen neuen Vertrag mit einem Verdienst von 5,5 Millionen Euro abgelehnt haben – könnten wohl nur die Vereine in der Premier League erfüllen.