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Radsport
Vom Skispringer zu einem der Besten der Tour de France

Carcassonne. Dass er das mit dem Bergauf womöglich weitaus besser beherrscht als das mit dem Bergab, musste Primoz Roglic schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Im März 2007 war das, lange bevor der Slowene nun die Tour de France aufmischt, in seinem ersten Sportler-Leben als Skispringer.

Damals nagelte eine Windböe den frischgebackenen Junioren-Weltmeister im Training zum Weltcup-Fliegen in Planica in den Hang.

Wie durch ein Wunder überstand der 17-Jährige dies ohne schwere Verletzungen, jedoch verlor Roglic danach den Anschluss an die Elite. „Ich wollte der beste Skispringer der Welt werden, der Traum hat sich nicht erfüllt“, sagt Roglic: „Deshalb habe ich umgedacht und etwas anderes gemacht.“ Vor sechs Jahren begann er mit dem Radsport, nach einem Jahr wurde er Profi – und mittlerweile hat er es eben auf dem zweiten Bildungsweg zu einem der Weltbesten gebracht.

Nach einer Karriere wie aus dem Märchenbuch ist der heute 28-Jährige nun Vierter der Tour-Gesamtwertung und damit erster Verfolger des Trios Geraint Thomas, Chris Froome und Tom Dumoulin. Dass es sein Jahr werden könnte, hatte Roglic als Sieger der Baskenland-Rundfahrt und der Tour de Romandie angedeutet. Dennoch müssen sich die Verantwortlichen seines LottoNL-Teams kneifen. „Sein Weg als Radsportler ist phänomenal“, sagt der sportliche Leiter Merijn Zeeman: „Für uns ist es traumhaft zu sehen, wie er sich entwickelt.“